Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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[Man ist von der Vortrefflichkeit der Gedichte überrascht —
denn es scheinen mindestens zwei ursprünglich selbständige Stücke
zu sein — und wünschte sie als altes Gut griechischer Poesie nach-
weisen zu können. Vielleicht gelingt dies Anderen; mir sind nur
allbekannte Parallelen, insbesondere zum letzten Theile gegenwärtig,
unter denen Epicharm. B 8 (S. 258 Lorenz)*) die schlagendste ist
und die man grösstentheils in Valckenaer's Diatribe 54b sqq. erwähnt
oder angeführt findet. Die Verse 5 und 6 unterscheiden sich durch
die Geschraubtheit des Ausdrucks sehr zu ihrem Nachtheil von
den beiden andern Stücken. (Das Verbal - Adjectiv xpwiös fehlt
den Wörterbüchern). Der Dichter der letzten Verse hegt kein Ver-
langen nach individueller Fortdauer, er gibt sich mit der Rückkehr
in den Schooss der Natur völlig zufrieden (vgl. Zeitschr. f. öst.
Gymn. 1878 S. 437, und ausserdem 1117 K. nebst Anthol. Pal. VII
339). Das Eigenthümlichste aber ist, dass nicht wie sonst ge-
wöhnlich (man vgl. was Kaibel's Index s. v. anima zusammenstellt)
dem crüuiua oder (JKfjvos die vpuxn oder das Trveöua contrastirend
gegenübertritt; vielmehr ist der Hauch diesmal nur ein Theil des
Körpers. Die übrigen Bestandtheile desselben sind Erde und Wasser
wie schon bei Homer (II. VII, 99: übuup Kai Y«ia TevoiaBe; vgl. Xe-
nophan. Frg. 10 — die Erde allein erscheint 75 K.). Th. G.]

61. Tafel aus Stein, h. 0'22, br. O40, jetzt im Museum zu
Bukarest.

TÜENIAM «
IAr02A2ni2TA£iN
^JAi^hykqMOIO^

Etwa:

lapTinbövi] tuj ev NXXi-
dbi uev \€Y0uevu>]i orfög dcrmö'Tduuv',
ev 'Hoiaig b3 'Eupumnjs Trais nuKÖuoio'.

[Nur Sarpedon heisst in der Ilias — TT490,541,593 — (Aukiujv)
dfog dtfmöTduuv, und da Hesiod ihn Sohn der Europa nannte, so
empfahl sich die obige Ergänzung. Die Sage kannte (ihn bald von
dem lykischen Helden scheidend, bald mit ihm verschmelzend) einen
thrakischen Heros dieses Namens, dessen Andenken jedenfalls durch

*) XuveKpi0r) Kai 6ieKp(6r| Kcm-f|\6ev ö9ev fjXBev traXiv,
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