Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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studies III 125), wenn anders dieselbe wie folgt zu lesen ist: o[i
N]eoi e[x]ijur|[a]a[v] Tdiov 5A[v]-ricn:iov 3Ax[a]iKÖv, iepea [tuj]v ecpn.-
ß[u)]v Kai rrpo[riYou)ueva)v]. Denn die Zeichen der zwei letzten
Zeilen

ONE4>HBON
K A I n P O T H

auf deren Herstellung Hr. Ramsay verzichten musste, können kaum
ganz genau wiedergegeben sein. Ein Analogem zum iepeug der
Epheben bietet der urroZidKOpoc; derselben zu Athen.

Beiläufig, der Name des Gottes in der ebenda publicirten Weih-
Inschrift kann, nach den Spatien und Zeichen zu urtheilen, wohl
nur Aioujaouog (ein Beiname des zu Nakoleia verehrten Apollo) ge-
wesen sein, also (das Pränomen setze ich nur beispielsweise ein)
etwa:

in. cepßi aioc

O N T UJ N I O E
b l b Y m a i UÜ

EYXHN Th. G.]

Bukarest GREGOR G. TOCILESCU.

Angebliche Pkineusdarstellmig.

Taf. VIII der neuen Serie der Wiener Uebungstafeln vereinigt
mit der Würzburger Phineusvase eine von Flasch in der Arch. Zeit.
1880 S. 142 zu Taf. 12, auf denselben Mythos bezogene Vase von
Nola und zwar das Hauptbild la sammt dem Reversbild lb, welches
Flasch nur beschrieben hatte, dessen Abbildung de Witte in der
Arch. Zeit. 1881 S. 163 verdankt wird. De Witte hat seine frühere,
ohne Zweifel richtigere, Auffassung des Bildes fallen lassen und die
von Flasch vorgetragene Erklärung angenommen. Flasch erkennt
Phineus nach erfolgter Heimsuchung als bussfertigen Sünder: er
ist in sich gegangen und nimmt seine Zuflucht zu den gestrengen
Richtern5, denn 'Niemand vermag dem Gestraften zu helfen als die
Götter5. Mit 'dieser rein psychologischen Auffassung des Mythos5
findet Flasch das Bild ein echtes Kind der auf die Schilderung des
Seelenlebens ausgehenden Kunst des vierten Jahrhunderts . Gewiss
grösser noch als die von Flasch hervorgehobene kunsthistorische,
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