Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

Seite: 67
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Chiton der Mittelfigur — rosa, Fleischtheile der Männer ziegelroth bis bräunlich,
Chiton des mittleren roth, sein Epiblem, ferner der Hammer und die Stiefel der
Flügelfiguren gelb, die Harpe des Flügelweibs blau, die Flügel grün, das Fell 1.
mennigfarben. An den Säulen rothe Streifen. Auf dem Deckel die Kissen roth.

Lampen.

1. Diana, in kurzem geschürzten Gewand, das die r. Brust
freilässt, nach r. eilend, in der vorgestreckten L. den Bogen, die
R. gebeugt gegen den Kopf hebend.

2. Diana, beschuht, in geschürztem Untergewand und zurück-
flatterndem Oberkleid nach 1. laufend, die R. in lebhafter Action
vorgestreckt, in der L. eine Fackel (?); ein Hund eilt ihr voraus.
— Sehr flüchtig geformt.

3. Eros, knabenhaft, en face, nach r. schreitend, über die 1.
Schulter ein Tragholz ((TKeuoqpöpiov) gelegt, von dem r. und 1. ein
Korb oder Kübel herabhängt, in der gesenkten R. eine Traube*).

4. Zwei Gladiatoren: der eine, 1. stehend, mit Helm, Schurz
und Stiefeln, die schildbewehrte L. hoch hebend, in der R. das
kurze Schwert, blickt abwärts zu dem r. vor ihm auf dem Boden
liegenden Gegner, der den Schild vor der Brust hat. Die R. hält
ausgestreckt das gebogene Messer und ist mit Armringen bewehrt.
Ausserdem hat er Helm und Beinschienen. — Vgl. Kenner Nr. 114.

5. Vogel (Pfau) auf einem Zweig nach r. — Vgl. Passeri lu-
cernae I, T. XI, III. T. LXXXIII**).

Wien. EMANUEL LOEWY.

Die Beinschienen der römischen Legionare***).

In dem für die einschlägigen Fragen äusserst lehrreichen
Museum römisch-gallischer Alterthümer, welches in dem Schloss von
St Germain bei Paris aufgestellt ist, befinden sich u. a. (in den
Sälen B und D) Gipsabgüsse der Sculpturen von einigen der grossen
tektonischen Denkmäler des südlichen Frankreichs, des Grabmals

*) Ist wohl mit Kenner ant. Thonlampen Nr. 52 identisch.

**) Ein 6. Stück: zu beiden Seiten eines Altars zwei Personen, der eine 1.
spendend (?), der andere (r.) adorierend, ganz roh, ist Fälschung.

***) Vgl. Hermes XVI (1881) S. 302 ff.
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