Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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einer Tunica bekleidet, der in der erhobenen R. ein Gefäss in die
Höhe hält. Die Inschrift, die anscheinend der ersten Hälfte des
dritten Jahrhunderts angehört und sorgfältig eingehauen ist, lautet:

ROMANIA - r£VIA ■ CLARI
S SIM. • FEM I N A • VIVA-
F E C I T • S I B I • ML M O R I M. •
PREC V*.REN"IBVS ■ CLEfO
5 ROMVLIANO-'E- A V R -
• C A L E JVE R O ■

Eomania N(a)evia und die Z. 4—6 genannten, auf dem Sar-
kophag dargestellten Personen sind meines Wissens sonst nicht be-
kannt; ob letztere die Söhne der Frau, die dann zweimal verheiratet
gewesen sein müsste, oder etwa alumni derselben sind, lässt sich
nicht entscheiden. Praecurrere im Sinne von Vor Jemand sterben'
findet sich ähnlich gebraucht bei Seneca Oedip. v. 72: matura pos-
cens fata, praecurram ut prior | patriam ruentem, vgl. Silius Punic.
IV, 459: bis conatus erat praecurrere fata parentis, | conversa in
semet dextra.

Das interessante Monument wird hoffentlich von einem öffent-
lichen Museum erworben werden.

Inschrift von Wels.

(Mittheilung des Herrn Dr. Moriz Hoernes nebst Abklatsch ;
bereits veröffentlicht im Welser Anzeiger vom 13. Mai 1882).

Gef. nebst einer Glasurne und einem Thongefass Anfang Mai
1882 in der Bernhardin bei Wels beim Fundiren eines kleinen Neu-
baues hinter der Kaserne. Die Schrift weist auf das erste Jahr-
hundert der Kaiserzeit hin:

SACIDIAE • C ■ F

FLORENTINAE ■ AN ■ XX
L-IVLIVS-VERECVNDVS
CONIVGI ■ V- F
5 SIBI ET SVIS

Der Name Sacidius findet sich öfters in oberitalischen In-
schriften (C. I. L. V index s. v.); ein C. Sacidius Barbarus als Cen-
turio der legio XV Apollinaris in Carnuntum: C. I. L. III n. 4418.

O. H.
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