Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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9. Neu. Gelblicher Sandstein, 113 h., 0*39 br. Gegenwärtig
bei Bischof v. Mihälyi in Lugos:

eponab!

caivpes'rb sie

sacr
MCA.,VENfVS
5 VIATOR7LEG Uli F F
EXERc-EQiSING
c-Afbl-nigrini

leg-avg-pr-pr'

v- s- l-m

Z. 5 — 6 centurio leg{ionis) IUI Ffaviae) F{elicis) exer(citator)
eq(uitum) sing{ularium) cet. Ueber C. Avidius Nigrinus s. C. I. L.
III n. 567.

10. Neu. Weisser Marmor, 0'12—0'15 h., 0*35% br. Gegen-
wärtig bei Bischof v. Mihälyi in Lugos. Sehr schöne Buchstaben der
besten Epoche:

(pro • salvte •
vt^-Impcas

Z. 1 [Isidi et JSera]pidi. — Z. 3 [et incolumita]te cet.

In den im südlichen Theile der Gemeinde Värhely 1881 zu-
fällig entdeckten Ruinen eines Mithrastempels kamen die weiter
unten folgernden inschriftlichen Denkmäler zum Vorschein, die theils
der Besitzer des betreffenden Grundes 1881 fand und dem hist.-
arch. Vereine des Hunyader Comitates verkaufte, theils bei den von
dem genannten Vereine im Frühling des Jahres 1882 veranstalteten
Ausgrabungen gefunden wurden. Diese Ausgrabungen waren so er-
folgreich, dass sie das Museum der genannten Gesellschaft mit un-
gefähr 250 Mithras-Denkmälern bereicherten. Unter diesen Denk-
mälern findet man Inschrift - und Relieftafeln, Altäre, Statuen,
Statuentheile, Säulen etc. etc. Es ist nur bedauerlich, dass der be-
deutendere Theil dieser Denkmäler sich in fragmentarischem Zustande
befindet. Es wäre zu wünschen, dass jene, die sich mit dem Mithras-
mythus und Cultus beschäftigten, diese Denkmäler zum Gegenstande
ihrer eingehenden Studien machen sollten, da in Folge der grossen
Mannigfaltigkeit (ein jedes Denkmal zeichnet sich durch andere
figuralische Darstellungen in den einzelnen Partien aus) hier gewiss
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