Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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XXXXII, mil(itavit) [an]n(is) XXI, Ael{ius) Habibis [pon\tif{ex) et
h(eres) b(ene) m{erito) p(osuit). — Z. 3 der numerus Palmyrenorum
kommt auf Inschriften aus Dacien zweimal vor: a) an einer aus
Mojgrad (Porolissum) C. I. L. III n. 837 (vgl. Arch .-epigr. Mitthei-
lungen aus Oesterreich IV p. 129 n. 4), und b) an einer aus Torda
(Potaissa) C. I. L. III n. 907 (vgl. Arch.-epigr. Mitth. aus Oesterr.
IV p. 131 n. 10). Die vorliegende Inschrift macht uns mit einem
neuen Garnisonsplatze dieser Truppe bekannt. Z. 5—6 Aelius Ha-
bibis, der Erbe des Flavius Guras war Priester (denn nur [pon]ti
f(ex) kann in der Z. 6 stehen) der Palmyrener jenes Truppen-
körpers. Wichtig macht den Stein die letzte palmyrenische Zeile,
da derartige bilingue Inschriften äusserst selten vorkommen. (Die
lateinisch-palmyrenischen bilinguen Inschriften in Copien mitgetheilt
siehe sonst: E. E. IV n. 718a; C. I. L. VI n. 710; VIII n. 2515
und p. 955 ad n. 3917). H. Nöldeke interpretirt die letzte Zeile auf
Grundlage meiner vormaligen fehlerhaften Copie der ganzen bilinguen
Inschrift folgendermassen *):

n|*C22n *1* = Gürä, Sohn Jaddai s, optio. fOl!! Sr- Toupä
Wadd. 2645, Toupov Wadd. 2673. häufiger auf palmyr. und

sonstigen Inschriften aus Syrien; griechisch 'laöbo.Tog, 'laööeo-
geschrieben. (Die Auslassung des Wortes Sohn ist in palmyre-
nischen Inschriften nach griechischem Vorgang häufig). pfc22n; nicht
völlig sicher ist nach dem mir vorliegenden unzulänglichen Ab-
klatsch das H**)- Die Möglichkeit, dass es ein wäre, welches
man an sich hier erwartet, muss offen bleiben. Das Schluss -1
glaube ich ziemlich sicher zu erkennen, aber ein guter Abklatsch
würde doch möglicherweise "jV ergeben. Nur nach einem solchen
könnte ich überhaupt beurtheilen, ob, wie allerdings wahrscheinlich,
die palmyr. Inschrift nur diese drei Wörter enthielt, oder hinten
defect ist". (Wie aus meiner obigen Copie ersichtlich ist, fehlen
an der Inschrift einige Buchstaben.) „Bis mich ein absolut zuver-
lässiger Abklatsch überzeugt, muss ich entschieden die Richtigkeit
von qmasiiddei bezweifeln. Alles spricht dafür, dass diese Gruppe
genau dasselbe wie »""i* N"m^ ausdrücken soll. Die Endung a s ist
— ^; iiddei, mag das nun wirklich dastehn" (es steht wirklich da)
„oder wie nach der sonstigen Schreibung des Namens zu erwarten,
zu iaddei zu ergänzen sein, ist Da kann in qmas doch nicht

wohl etwas anderes stecken, als gvras. Die Abbreviatur eines echt

:-:) Mit seiner gefälligen Einwilligung mitgetheilt, wofür ich bestens danke.
'*) Besserer Abklatsch wie der zugeschickte ist kaum herzustellen.
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