Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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orientalischen Namens durch einen Buchstaben wäre beispiellos und
gar y (g) durch q_ auszudrücken, konnte Niemand in den Sinn
kommen. Ein kleines Bedenken habe ich gegen habibis. Viel wahr-
scheinlicher wäre habibvs, wie auf einer palmyrenisch - lateinischen
Bilingue in Rom der Genitiv Habibi lautet und auf verschiedenen
griechischen aus Syrien "Aßeißo?, "Aßißog vorkommt „{Habibis ist
ganz sicher)." Der Name, auf jener palmyr. Inschrift in altarabi-
scher Form 13>2n geschrieben, ist bei den christlichen Syrern 3*3n;
bei den Arabern ist Habib ein sehr beliebter Name."

Meine letzte Revision des Steines bezeugt wie gesagt die voll-
kommene Richtigkeit aller Ausführungen H. Nöldeke's.

73. Neu. 067 h., 0*71 br. Weissmarmornes Fragment, oberer
Theil eines Grabdenkmales. Ueber der Inschrift ein halbkreisför-
miges gegliedertes und vertieftes Medaillon, welches aber leer ist,
1872 im Stadttheile Potok gefunden. Jetzt im Besitze des Handels-
mannes H. Ignaz Füszfäs in Karansebes, Ecke der Lehrer- und
Teusgasse Nr. 102, vor dem Hausbrunnen. Schöne grosse Buch-
staben :

Ungefähr 3—4 Bruchstücke von Inschriften (wahrscheinlich
die Stücke dieses Grabdenkmales, vielleicht aber auch noch eines
anderen Inschriftsteines) verwandte der obengenannte Kaufmann
beim Bau seines Hauses als Baumaterial. Die betreffenden Steine
waren im Garten des Petru Kobecz und Skribän gefunden worden,
Haus Nr. 250.

Im Hofe des Hauses Nr. 410 fand ich vor dem Brunnen ein
Grabmonument aus bläulich-weissem Marmor, das gewiss eine In-
schrift hatte, die aber jetzt ganz abgewetzt, unleserlich ist. Der
Hauseigenthümer Herr Laurenz Meiszl behauptet, man hätte jene
vier Inschriftsteine, die vor dem Hause auf der Gasse lagen, bei
dem Baue des Hauses vor etwa 12 Jahren als Baumaterial ver-
wendet; er hätte ferner mehrere Inschriftsteine an den General
Stanojlovic (gegenwärtig in Josefstadt in Böhmen) abgetreten, die
auch von anderen mehrere derartige Monumente erhielt. Was mit
diesen inschriftlichen Monumenten geschehen ist, konnte ich nicht
ermitteln. Im Garten des Hauses Nr. 250 wurde vor etwa 12 Jahren
ebenfalls ein Inschriftstein gefunden, der, wie man sagt, nach Wien
geschickt worden wäre.
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