Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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Im Besitze des H. Wolfgang Deäk in Budapest. Dieser Ziegel
beweist, dass die ala Bosporanorum einst im Maros-Kereszturer Castrum
stationirt gewesen. Dieselbe ala ist noch auf zwei andern dacischen
Inschriften genannt: a) auf einer Inschrift aus Karlsburg (C. L L.
III n. 1197), welche das Grabdenkmal des Tutor, eines Reiters
derselben ala {ex numero Illyricorum) ist; b) auf einer Algyögyer
Inschrift (E. E. IV n. 177), auf welcher Firminus Florentinvs de-
curio desselben Reitercorps als derjenige erwähnt wird, der die Ära
votiva verfertigen liess. Es ist indessen wahrscheinlich, dass der
Soldat der ersteren Inschrift nicht in Apulum stationirt war, son-
dern nur dort gestorben; die zweite aber einen im Bade von Germi-
sara Heilung suchenden Alarius. C. I. L. III n. 1344 bezeichnet die
ala I Bosporanorum als zu Veczel (Micum) stationirt. Es scheint
also, dass die ala Bosporanorum und die ala I Bosporanorum zwei
verschiedene Cavallerie-Abtheilungen waren. Für die erstere kann
man Maros-Keresztur, für die zweite aber unbedingt Veczel als
Garnison annehmen.

16. Vaiszlova. Incus.

A V I V 1

a(lae) Vivi..., oder a(lae) Um(. . . .)

Den interessanten Ziegel fand H. Felix Milleker, Lehrer an
der städt. Volksschule in Weisskirchen, der 1882 den Ausflug nach
Vaiszlova im Bisztrathal, dem einstigen Pons Augusti in meiner Ge-
sellschaft machte. Die ziemlich unregelmässig gearbeitete Stampi-
glie nennt vermuthlich die unbekannte ala Vivi(orum).

17. Värheiy.

thsiF

c(ohors) IUI F[(lavia). . . . ]

Gefunden 1882 bei den Ausgrabungen im Mithrastempel in
Varhely. Im Besitze des hist.-arch. Vereines des Hunyader Comi-
tates in Deva.

18. Zsuppa. Incus.

C I V

ciphors) I U(biorum)

In vier Exemplaren: a) drei Stücke in meinem Besitze, für
das siebenbürgische Museum in Klausenburg bestimmt: b) ein Stück
in der Sammlung der gr. n. u. Präparandie in Karansebes, wohin
es durch H. Professor Johann Nemoian kam, der mit mir einen
Ausflug nach Zsuppa machte, wo wir diese Ziegeln vorfanden.
An diesem letzteren Exemplar weist der Stempel folgende Buch-
staben auf:
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