Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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für Cultus und Unterricht Herrn Dr. Emil Tietze von der geolo-
gischen Reichsanstalt und den Herren Dr. Emanuel Löwy und Dr.
Franz Studniczka für archäologische Studien Gelegenheit bot, sich
uns anzuschliessen. Wie im vergangenen Jahre wurden wir von
Seiten des Reichskriegsministeriums mit dem geneigten Einverständ-
nisse Freiherrn von Calices durch Zuweisung des Stationärs von
Constantinopel S. M. Raddampfer „Taurus", Commandant Baritz
von Ikafalva, dessen schützende Assistenz dem Unternehmen dies
Mal bis zum Schluss gewährt blieb, und des Weiteren auch durch
Zutheilung des Feuerwerkers Johann Schuster und der Sapeure
Josef Cian, Johann Blaziza, Giovanni Mandruzzatto und Johann
Brancovic vom II. Geniei'egiment für die nothwendigen technischen
Arbeiten unterstützt. Als Grundlage für neue Routiers erhielten
wir von Heinrich Kieperts Hand einen als Manuscript vervielfäl-
tigten Kartenentwurf von Lykien und Karien, in dem unsere vor-
jährigen Reiseaufnahmen verwerthet waren. Auch von allen andern
Personen und Instanzen, die sich uns früher behilflich erwiesen
hatten, und von mehr als einer neuen Seite, die unserer Dankbar-
keit auch ohne Anführung sicher ist, unter Anderem von den Herren
Contreadmiral von Pauer und Oberinspector Bömches in Triest,
CodsuI von Remy und Bankdirector Heintze in Smyrna, erfuhren
wir die gleichen, oftmals weiter reichende Förderungen. Weit
über den Rahmen amtlicher Verpflichtungen hinaus erstreckte sich
namentlich die Theilnahme, mit welcher der österreichische Vice-
consul von Rhodus, Herr Antonio Casilli, an seinem unsern Haupt-
arbeiten nächstliegenden Platze treu rathend und helfend der Ex-
pedition bis zu Ende beistand.

Nach Einlauf des von der Botschaft erwirkten Firmans, der
auf die Dauer von zwei Jahren das Recht zu Ausgrabungen in
Gjölbaschi und Lagina und den Besitz eines Drittels der Funde
gewährte, konnten wir im April dieses Jahres aufbrechen. Wir
hatten uns für die Gebirgseinsamkeit eines von aller Cultur abge-
trennten kahlen Landes sorgfältig ausgerüstet und brachten zuver-
lässiges Hilfspersonal mit an Ort und Stelle. Elf tüchtige Arbeiter,
ein Schmied, drei Steinmetze, drei Zimmerleute und vier Handlanger
waren in Triest angeworben worden, zu denen sich ein von Humann
empfohlener, trefflich findiger und treuer Gehilfe der Pergamener
Ausgrabungen, Jani Samothrakis aus Tinos, gesellte. Als Aufseher
und Dolmetsch schloss sich in Smyrna der Marinelieferant Giovanni
Cocchini freiwillig und vom Generalconsulate der Kawass Mehmet
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