Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

Seite: 188
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grosse Bruchstücke einer viereckigen Basis und verschiedenartige
kleine Fragmente von Sculpturen, auch kümmerliche Reste einer
Marmorstatue, welche bei den Ausgrabungen des Innern, die fast
überall bis auf den gewachsenen Fels geführt wurden, zum Vor-
schein kamen, zeigen sowohl dass es der Grabstätte auch an ander-
weitiger Ausstattung nicht gefehlt, als dass sie eine sehr gründliche
Zerstörung erfahren hat."

„Einige Besonderheiten fallen noch auf der Hofseite der Um-
fassungsmauern auf. Abgesehen davon, dass auf der Osthälfte der
Südwand von der Eingangsthür an nicht die beiden oberen Quader-
schichten sondern die zweite und dritte von oben gerechnet die
Reliefs enthalten, finden sich hier auch zwei leere Stellen, welche in
einem verticalen Streifen von 074 Meter Breite sich durch die Reliefs
hinziehen, als sei eine Wand im rechten Winkel stumpf gegen die
Mauer stossend vorhanden gewesen; je ein rundes Loch von 0*03
Meter Durchmesser und 0"15 Meter Tiefe in der zweiten Quader-
schicht von oben ist das einzige Merkmal,- das auf eine Verbindung
hindeutet. Deutlicher sind die Spuren eines späteren Einbaues in
der Nordwestecke an beiden hier zusammenstossenden Mauern.
Vier Meter von ihr entfernt findet sich an der Westwand eine senk-
recht nicht ganz bis zur Schwelle der Mauer herablaufende flache
Einarbeitung, 0*54 Meter breit, die Reliefs rücksichtslos durchschnei-
dend, und drei Dübellöcher in ihr senkrecht untereinander. Drei
Meter von der Nordwestecke des Baues entfernt ist in der Nord-
wand eine gleiche, indessen nur 0"4 Meter breite Abarbeitung sicht-
bar; hier sind die Reliefs der oberen Quadernreihe nicht unter-
brochen, aber zwei übereinander angebrachte Dübellöcher, sowie
entsprechende Klammerlöcher in der Deckplatte und der vorsprin-
genden Schwelle leiten entschieden auf eine gegen die Mauer stos-
sende Wand. Gestaltung und Zweck dieses Einbaues, der nach
der Arbeit der Dübellöcher zu schliessen schwerlich als ein Noth-
bau vorgestellt werden darf und jedesfalls antik ist, sind völlig un-
klar; vielleicht war derselbe von Holz, wenigstens fehlt die für
eine Steinconstruction nothwendige Fundirung."

Ueber das Gestein des Heroon und der sonstigen Monumente
von Gjölbaschi hat Herr Tietze Beobachtungen angestellt, die er
in folgenden eingehenden Bemerkungen zusammenfasst: „Die Berg-
kuppen der Umgebung von Gjölbaschi, sowie speciell der Berg
selbst, auf dessen Spitze das Denkmal sich befand, sind allseitig
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