Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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Einzelheiten sich erstreckende Uebereinstimmung des Vorwurfes
hervortritt, welche aus der gemeinsamen dichterischen Grundlage
nicht ausschliesslich erklärbar ist: man erkennt den im Nacken
Getroffenen und mit beiden Händen nach der Wunde Greifenden,
hier in Rückansicht, wieder, desgleichen das Motiv des vorgehal-
tenen Tisches, des vorgestreckten Gewandes; Odysseus. wenn auch
in abweichender Erscheinung, hat denselben Posten zur Linken in
derselben Wendung nach rechts erhalten. Unverloren behauptet
sich das allgemeine Schema dieser Anordnung sogar noch in einigen
späten Reliefs etruskischer Aschenkisten, welche vor dem Bekannt-
werden jenes Vasengemäldes die nicht eben erfreulichen einzigen
Ueberreste der bildlichen Ueberlieferung waren. Ihr ansehnlichstes
Exemplar, das der folgende Zinkstock aus Brunn's Publication
wiederholt, hat in der Wiedergabe der Freier auch verschiedene
Einzelzüge bewahrt, welche als wie immer gebrochene Nachklänge
eines fern zurückliegenden berühmten Originales erst jetzt ganz
verständlich werden. Der Umstand, dass unter den zurückweisen-
den Elementen ein Gemälde und zwar als zeitlich ältester Zeuge
auftritt, und dass in unserer plastischen Darstellung äusserlich die

Reihe der Betten und fühlbar die ganze sinnschwere Einfalt der
Composition sich mit dem Stil der alterthümlichen Malerei be-
rührt, würde dann der naheliegenden Vermuthung günstig sein, dass
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