Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

Seite: 229
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1882/0233
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
229

zusammenzuzeichnen, um für die folgenden Einzelberichte einen
ungefähren Anhalt zu bieten. Unter diesen letzteren fehlt eine
Notiz Felix von Luschans über seine Touren in die gegen Anti-
phellos liegenden Plateaustriche, da derselbe kurz nach seiner Rück-
kehr sich mit dem Grafen Carl Lanckororiski wieder nach Adalia
begab, um in Begleitung dieses liebenswürdigen und energischen
Förderers unserer Expedition, dessen weiteren Unternehmungen
unsere herzlichsten Glückwünsche in die Ferne folgen, die Haupt-
plätze Pamphyliens und Kilikiens zu besuchen. Der grösste An-
theil an diesen Berichtigungen und Bereicherungen der geographi-
schen Landeskenntniss fällt Petersen und Luschan zu, die mit un-
ermüdlicher Energie im Juli und August die Hauptreise in das
Innere durchführten, welche wegen einer Erkrankung Petersens
leider vorzeitig abgebrochen werden musste und in der Kibyratis
um einen gerade da besonders wünschenswerthen Vollgewinn kam.
Wie natürlich folgen daher zunächst Pet er s ens Mit theilu ngen:
„Am 17. April kamen wir (Dr. v. Luschan und ich mit Be-
gleitung) in Makri an, wo wir freundliche Aufnahme und Förderung
durch Herrn Casilli erfuhren. Nachdem am 18. Pferde in Lewissi
eingekauft, auch einige Inschriften, darunter die bilingue des Apollo-
nides copiert, und am 19., so gut es im Regen ging, die Felsgräber
von Makri, die Akropolis sowie eine frische Ausgrabung besucht
Avaren, brachen wir am 20. nach Gjölbasehi auf. Wieder stiegen
wir zur Ebene von Lewissi auf, deren Westende wir durch falsche
Nachricht von Inschriftgräbern verlockt, umkreisten; dann gegen
Osten den Pass zwischen Mendes- und Buba - Dagh übersteigend,
zogen wir weiter an Pinara vorbei, wo in einer Abendstunde eben
noch die Copie einer lykischen Inschrift fertig gebracht wurde. In
unnöthiger Eile ging es das Xanthosthal hinab nach Gynik; hier wurde
die für die Thiere nöthig gewordene Rast von zwei Tagen zur An-
schauung und zum Studium der Ruinen von Xanthos benützt und
mehrere bisher unbekannte Inschriften copiert. In Bassiryan-Jaila
nahm die Untersuchung einer hoch gegen Süden gelegenen Burg-
ruine, welche von der Expedition des vergangenen Jahres nur aus
der Ferne gesehen, nicht besucht worden war, einen halben Tag in
Anspruch. Der beträchtliche Mauerumfang und nicht wenige Mauer-
züge drinnen, wie von Häusern, erschienen schon damals, mehr
noch nachdem ich antike lykische Stadtruinen besser kennen ge-
lernt, als sehr späten wohl mittelalterlichen Ursprungs. Weiter
zogen Avir, am Fellentschai hinab, fanden bei Assaralti, ungefähr
loading ...