Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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einkehrten. Am 23. ritten wir, theils um die Landschaft kennen
zu lernen, theils eines angepriesenen Reliefs wegen gegen Norden
zu der Jaila von Phineka hinauf. Das Relief war byzantinisch,
aber die Lage des Sommerdorfes hoch am östlichen Hang des
Aladjadagh schön und erquicklich, und am Weg fanden sich ein
Paar Felsgräber, das eine mit Inschrift, das andere mit Relief.
Nachdem am 24. noch eine Gruppe von Felsgräbern am Phineka-
Su besucht war, schön gelegen, nicht uninteressant wegen der
Formenmischung, gut erhalten wie wenige, aber unzugänglich bis
auf zwei, deren eines ohne Inschrift, das andere mit Lebensgefahr
erklettert innen eine griechische Inschrift trug, kehrten wir am 25
über Phineka, Dembre nach Gjölbaschi zurück."

„Ein abermaliger Besuch Hoirans am 5. Juli liess den Stadt-
namen wieder nicht finden, lehrte aber eine früher nur im Vorbei-
gehen gesehene Gruppe von Sarkophagen am Wege nach Kyaneai
kennen."

„Am 13. Juli endlich brachen Dr. v. Luschan und ich mit
Dragoman und Diener von Gjölbaschi auf, um durchs lykische
Hochland und Karien gegen Smyrna zu reiten; das Naturwissen-
schaftliche sollte Dr. v. Luschans, die Wegbeschreibung und das
Studium der antiken Reste wie früher meine Aufgabe sein. Am
Dembretschai aufwärts über Kasch, am Jailanitschai hinauf über
den Sususdagh erreichten wir Gjömbe am Ostfuss des Akdagh
am 15. Juli. Am 16. und 17. erstiegen wir drei Gipfel des Akdagh.
Während Dr. v. Luschan Höhenmessungen machte und die reiche
Flora sammelte, suchte ich ein Bild des Gebirgsreliefs zu gewinnen
und möglichst viele ferne Punkte zu visieren. Nach einem Rast-
tag brachen wir am 19. von Gjömbe nach dem Ringbecken von
Gürdef auf. Hier stiess uns zuerst und reichlich die Form von
Sarkophagen und Grabsteinen auf, die wir ferner an vielen Stellen
des inneren Hochlandes wiederfanden, nicht uralt, wie Ritter nach
Schönborn berichtet, sondern meistens gar später Zeit, aber doch
an hellenistischen Formenbrauch anknüpfend. Neben zahlreichen
Grabdenkmälern auffallender Mangel alter Baureste, namentlich von
Befestigungen, liess hier wie in später durchwanderten Gegenden
erkennen, dass man auch in alten Zeiten hier nicht dauernd wohnte.
Ueber Juwa gelangten wir am 21. nach Elmalü, wo wir für längere
Zeit im Garten des gastfreundlichen Mussa Effendi unser Stand-
quartier für weitere Ausflüge nahmen. Am 26. besuchten wir von
hier aus die alte Stadtruine über Armudlü, welcher wir, leider ohne
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