Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 6.1882

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Ersatz, den von den Engländern ihr gegebenen Namen Podalia ent-
ziehen mussten, um denselben einer anderen Ruine beizulegen,
welche wir am folgenden Tage besuchten. Denn diese theils am
Fusse eines am Awlangöll sich erhebenden Hügels, theils und
hauptsächlich auf dem Gipfel desselben gelegen, hatte man uns in
Elmalü als heute noch Podamia oder Podalia genannt angegeben,
und zwar erstere Form ein seit langer Zeit dort ansässiger Fremder,
diese die Einheimischen. Nach einigen Tagen brachen wir zu län-
gerem Ausflug in das Bergland östlich und nördlich von Elmalü
auf; Wegrichtung und Stationen hatten wir mit jenem Fremden,
dem des Landes sehr kundigen trefflichen Landsmann aus Triest,
Francesco Veronese berathen. Wir wandten uns zunächst östlich
nach Sirkisjaila, dicht am Westfuss des östlichen Akdagh, dessen
Zusammenhang und Richtung wie sein Verhältniss zum Bejdagh
uns noch deutlicher wurde, als wir uns dann nach Norden bis
Owadjik und von hier gegen Westen über das Bergland zogen, um
bei Karakjöi wieder in die Ebene oberhalb Elmalüs niederzusteigen.
Von hier ritten wir an Gilewgi im nordöstlichen Winkel dieser
Ebene vorüber, in dessen Nähe ich eine von Benndorf signalisirte
Bergveste guter alter Zeit aufnahm, nordwestlich über lila in das
weite Seebecken von Sögud. An der Ostseite dieses Beckens zogen
wir über Küsilallular nach Norden auf die höher gelegene Ebene
von Alifaradin, sodann an der Nordseite am Südfuss des Rahat-
gebirges, welches ich an einem Rasttag behufs der Ueberschau er-
stieg, nach Westen über Osmankalfalar, dann in das separate Thal
von Jazyr und Jazyrgöll, danach wieder umbiegend nach Sögud.
Waren in Sirkisjaila, bei Owadjik, ferner auf zahlreichen türkischen
(an Stelle antiker?) Friedhöfen längst der Ost- und Nordseite des
Sögudbeckens, reicher entwickelt in Alifaradin, auch noch in Jazyr
dieselben späten Grabstein- und Sarkophagformen begegnet, wie in
Gürdef, bei Juwa u. s. w., daneben freilich in Alifaradin und Jazyr
je ein kleines Relief hellenistischer Zeit, beide verwandten, nicht
uninteressanten Inhalts, so trat bei Jazyrgöll zuerst eine andere
Form auf: die griechische Stele mit Figuren oder Ornament und
Inschrift, doch nicht frei gearbeitet, sondern als Felsrelief. Von
derselben Art waren auch die Reliefs in Kosagatsch, durch rohe
Ausführung die von Ritter erregte Hoffnung arg enttäuschend."

„Am 9. August spät nach Elmalü zurückgekehrt, blieben wir
hier bis zum 18., theils mit Ausarbeitungen, theils mit kleineren
Unternehmungen, theils mit unserer Post beschäftigt. Am 18. ritten
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