Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

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Buchstaben. Bei Lebas fehlt die Hasta Z. 14 /15 Ende hat
Sauppe: xoivfüjg o~TTei:o"a06ou irpö? exeijvous, indem er (1. 1. S. 16)
annimmt, dass Olynth mit den hier aufgezählten Städten da-
mals in Feindschaft gelebt habe (er sagt von der späteren Zeit:
neque enim tum kas urbes inimicitias cum Olynthiis exercuisse cogi-
tari potest). Es ist dies nicht nothwendig; es wird hier nur vor-
gesorgt, dass die beiden contrahierenden Staaten mit den genann-
ten Städten kein einseitiges Bündniss abschliessen, desswegen
brauchen aber die letzteren nicht in kriegerischem Verhältniss zu
Olynth gestanden zu haben. Danach habe ich den Ausdruck ge-
wählt, da cmevbeööcu gewöhnlich bei Beendigung eines Krieges ge-
braucht wird. Z. 15 zynm Lebas. Z. 18 xaa Arneth, ebenso Lebas;
nach Wieseler ein x zu sehen. Für die Formel des Schwures
Z. 15 f.: schon für Z. 15 geht Sauppe's Ergänzung nicht an, denn
nach zYMiy haben nur drei bis vier Buchstaben Platz, bei Sauppe:
öpKoj o"uuu[axias' tuue-j stehen deren neun und die ganze Zeile
enthielte 36 Buchstaben, während in den übrigen Zeilen das Maxi-
mum der Buchstabenzahl 31 nicht übersteigt. Z. 16 hätte nach
seiner Ausfüllung gar 40 Buchstaben, was ganz unmöglich ist; dazu
können nach Analogie der übrigen Zeilen vor mena nur 17 bis 19
Buchstaben gestanden haben, während bei Sauppe 26 Buchstaben
voraufgehen. Dagegen schliesst Z. 17 Anf. die nur 6 Buchstaben
enthaltende Ergänzung Sauppe's: npog 'Aujuviav nicht an die auf
dem Steine erhaltenen Buchstabenreste, da vor yntan ungefähr
21 Buchstaben fehlen; gewiss ist Sauppe nur dadurch zu dieser
Ausfüllung veranlasst worden, dass in der ihm zu Gebote stehenden
Abschrift die Grösse der Lücken nicht angegeben war. Nun ist
allerdings zuzugeben, dass in den Formeln der Schwüre fast durch-
gängig euueveiv gebraucht und speciell die von Sauppe eingesetzte
Wendung mehrfach bezeugt ist (Thuc. V 18. 47. C. I. A. I. 52 Z. 10 sq.,
ähnlich C. I. G. 2555. 3137 Z. 61. 62). Hier aber muss ein Zeit-
wort gestanden haben , von welchem der Accusativ des in -uevo:
endigenden Particips abhängig war. o"uvn9eo~6ai wählte ich im Hin-
blick auf C. I. G. 3137 Z. 20. 34. 71 (auch C. I. G. 2554 Z. 1 ;
2556 Z. 5) und C. I. A. I. 52 (6 Z. 12).

Bevor wir in eine Besprechung des Inhalts der Urkunde ein-
gehen und die Zeit, in welche sie gehören kann, festzusetzen ver-
suchen, haben wir uns mit König Amyntas von Makedonien und
den Nachrichten, welche über die Herrschaft desselben und deren
Dauer überliefert sind, zu beschäftigen. Schon die aus dem Alter-
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