Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

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uövioi KdiriveYKav em Trjv ßaaiXeiav75). Vor einigen Jahren sind nun
zwei Bruchstücke eines athenischen Psephisma zum Vorschein ge-
kommen, welches ein Bündniss zwischen Amyntas und Athen ent-
hielt und von Köhler in den Addenda zum zweiten Bande des
C. I. A. n. 156 (S. 397 und 423) herausgegeben ist70). Der Heraus-
geber bezieht mit Berufung auf Schäfer diese Fragmente auf das
oben erwähnte, von diesem angenommene Ereigniss 77) ; ich setze
seine Worte hieher: 'titulum ad foedus spectasse cum Amynta II
Macedonum rege (393— 370 a. CA.) icto et in fine praeter Arnyntae
normen filii eins natu maximi Alexandri exaratum fuisse perspexit Ku-
rnanudis. Arnyntam quum ab Argaeo expulsus esset, ope Atheniensium
et Lacedaemoniorum regnum recuperasse tenuis sane extat memoria in
scholiis ad Aeschin. de falsa leg. 26. Factum id esse videtur anno
382 cf. quae exposwit Amoldus Schaefer, Demosthenes 2, 7.' Leider
sind die erhaltenen Reste dieses Denkmals recht unbedeutend ; der
eigentliche Inhalt und damit das die Datierung enthaltende Präscript
sind verloren gegangen und wir haben neben einer flüchtigen Er-
wähnung des Zweckes Z. 8 — 10: eTtaiveffai [be k]cu rovg Trp£(Jße[ig]|
Toiig TTeucpOevrjag \jtt]6 toö br|uou elg M[ccK]|eboviav irepi t|% o"u|u--
(u)axiag nur die üblichen, die Belobigung des Amyntas und der
beiderseitigen Gesandten, sowie die Speisung der Letzteren ent-
haltenden Schlussformeln, am Ende die Namen der Zeugen (Köhler:
'plebiscito subscripta fuerunt nomina eorum qui in verba foederis iura-
verani). Dieser Verlust des eigentlichen Documentes ist in höchstem
Masse zu bedauern, da dasselbe über unseren ganzen Zeitraum ein
viel klareres Licht verbreiten würde und wir mit viel grösserer
Sicherheit urtheilen könnten, wenn wir im vollen Besitze desselben
wären; so können wir durch das Erhaltene, wie so oft, die Grösse
des Verlustes nur um so lebhafter empfinden. Ich bin nun der An-
sicht, dass auf die Nachricht des ohnehin, wie die (vielleicht durch
Demosthenes hervorgerufene) Erwähnung der Thessaler zeigt, ver-
wirrten oder ungenauen Scholion nichts zu geben und das inschrift-
lich bezeugte Bündniss der Athener mit Amyntas in eine andere
Zeit zu setzen ist. Die noch von Schäfer für seine Ansicht bei-

,5) Die Codices L und M haben ausserdem: ÖeTTaXcric; f"P TroXeur)0'a<; Kai
piXXwv ^kttittteiv xfj? dpxrK £ber)9r| 'A9r|vaiuiv Kai xuxwv Kar^axe trdXiv ri\v
Xujpav.

,c) Danach bei Hicks Manual n. 77.
") Hicks S. 134 stimmt ihm bei.
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