Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

Seite: 85
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1883/0091
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
85

Die grosse Anhäufung des Materials hat mich veranlasst,
diesmal eine Dreitheilung des Berichtes in einen epigraphischen,
archäologischen und Ausgrahungs -, respective architektonischen
Theil vorzunehmen. Dem hier gegebenen epigraphischen Berichte
sollen demnächst die beiden anderen Berichte folgen.

1. Epigraphisclier Fundbericht

Der Bericht geht bis auf das Jahr 1878 zurück. Die hier
gegebenen Inschriften sind durchwegs schon edirt, theils von Dr.
Hampel in seinem ..Repertorium arch. Funde aus Ungarn" IL in den
„Archaeologiai közlemenyeku (A. kk.) Bd. XIII, Lief. II, pag. 33,
theils im „Archaeologiai jZrtesitö" (A. E.), wo Dr. Hampel regelmässige
Berichte über die neuen Acquisitionen der Alterthumsabtheilung
des Nationalmuseunis gibt. Die Inschriften, die sich im National-
museum befinden, habe ich für diesen Bericht selbst verglichen.

Hauptfundort war auch während der letzten Jahre wieder
Aquincum und Umgebung, und daran schliessen sich dann, fluss-
abwärts und flussaufwärts die am rechtseitigen Ufer der Donau
liegenden Stationen. Aus dem Inneren des Landes sind diesmal
fast gar keine Inschriften zu verzeichnen.

Altofen-Aquincum

Das Territorium der Grunwald'schen Spiritusfabrik in Altofen
lieferte wie früher auch in den letzten drei Jahren wieder mehrere
römische Alterthümer dem Nationalmuseum. Im Januar 1879 fand
man 5 Fuss tief mehrere römische Steine, Ziegel und andere Alter-
thümer.

1. Eine Votivara, entzweigebrochen, steht auf einer breiteren
Steinbasis. Im obersten Felde, von jonischen Säulen umrahmt, be-
findet sich auf der einen Seite eine patera, auf der anderen ein
simpulum. Darunter folgende Inschrift (Hampel A. kk. XIII 1880
p. 36):

I O M
IVNONI
NEPTVNO
MARTI- L VAL
ITALVS OPT

5

IMO COLLE
GIO-NEGOT
IANTIVM
D D
loading ...