Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

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Wie üblich nennen sich die Angehörigen des Geehrten auf dem
Piedestal, das seine Statue trug. Sein Name selbst ist nicht erhalten,
wohl aber der seines Vaters Hermodokos, welcher neben seinem eigenen
gleichnamigen Vater noch einen Adoptivvater besass, sowie der des
Gross- und Urgrossvaters mütterlicherseits (Charinos und Menekrates),
von denen der erstere bei einem seiner Brüder wiederkehrt. Die
Familie der Mutter ist besonders zahlreich vertreten. Anlass zur
Stiftung war vielleicht ein agonistischer Sieg — die Buchstaben-
reste Z. 1 gestatten keine Entscheidung über den Zusammenhang
von eqpnßou — ferner die Auszeichnung durch die Panathenaisten;
dieses Collegium, das sich auch auf anderen Inschriften derselben
oder verwandter Herkunft findet (vgl. Ross, Inscr. Gr. ined. III n.282;
292), bezüglich dessen mir es aber die nichtdorische Form schwer
macht, seinen Namen auf einheimische Panathenäen zurückzuführen,
scheint in unserem Falle noch einen speciellen Beinamen, ähnlich den
'AYaeobcciuoviaffTcri <t>i\öveiot, Aiovuffiacrrai Xctipnuö'veioi, Aiös
'ATaßupiao"Tai E v cppavöpeioi (s. Wescher Revue arclwol. X. 1864, S. 478,
vgl. auch unten n. 64) geführt zu haben, dessen Ausgang in dem
omenxin Z. 3 zu erkennen sein wird. Der Künstler Charinos, ein
Laodikeer, der in Rhodos Epidamie erhalten, ist bereits durch eine
andere rhodische Inschrift, die sich in der Gegend des Stadions be-
findet, bekannt (Foucart, Bev. archeol. XIII. S. 158 n. 10 = Hirschfeld
n. 74). Die beiden Inschriften stimmen auch hinsichtlich der Form
der kleinen Buchstaben überein, von denen x und e lange wagrechte
Schenkel (die des ersteren sind parallel), a wagrechten Mittelstrich,
p unverlängerten Horizontalbalken und den rechten Verticalstrich
noch etwas kürzer hat.

2. Stück einer quadraten Basis aus blauem Marmor; H. 0'21,
L. 0-40, Buchstabenh. 0-015. Monte Smith, am Wege nach Man-
gawli r. in eine Mauer mit der Inschriftseite eingesetzt, von mir frei-
gemacht.

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