Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

Seite: 130
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.^-jTTOTrövos ,uev env KeXeös AnuriTepog (rrvrig,
Bäxxou b' EiKdptos, Tpemuvibog 'Ayaüjxocpto?

Der Sinn dieses Epigramms, das den im Vers 9 des vorher-
gehenden enthaltenen Gedanken ausführlicher vorbringt, ist trotz
der Unvollständigkeit des beginnenden Wortes (xapTTOTTÖvoj ?) klar:
Sowie in Attika Keleos das Gewächs der Demeter, lkarios das
des Bakchos, hat — und nun wird Nireus nicht mit seinem Namen
genannt, vielmehr erscheint für ihn 'AfXwxapTOff mit der Geltung
eines Eigennamens*) — Aglochartos den heiligen Baum der Athena
den Lindiern vermittelt.

Auf der Akropolis, nördlich vom Eintrittsthor, liegt das obere
Stück einer langen profilierten viereckigen Basis aus blauem Marmor
(H. circa 0'16, L. 0"86, T. 0-68) mit der Schriftseite gegen die
Erde; Buchstabenh. etwa O'Olö. Da sich nicht Alles von einem
Punct sehen Hess, ist Z. 1 die Lücke möglicherweise zu gering an-
gegeben (n. 57) :

(\oana2tazainaiazkaitoyaio£TOY^-11 EPEISTAZAc

^ASTPOJJO^/LUlAlO' OfflA!^ ^^--jjoyai'X

... 'Aöuvcic; tü<; AivMat; Kai tou Aiö? toö [TToXidux;?] oi kpeTi; ra? 'Aöjavac;..
... .uäöTpoi k[al Aivbioi................................] tou [Aldi;?

58. Gegenüber der Burg auf der nördlichen Seite des kleinen
Hafens befindet sich das eingestürzte grosse Felsengrab, welches
in seinem früheren Zustande das Titelblatt von Ross, Inselreisen,
3. Theil zeigt**). Unter den dort liegenden Trümmern trägt eine
grosse viereckige Basis aus blauem Marmor (L. l-50, Br. 2-00,
H. 0-77), die oben einen Kreis zum Aufsetzen eines cylindrischen
Piedestals hat, noch am r. Ende die Spuren einer Inschrift (Buch-
stabenh. 0-08):

*) Hiezu ist an die Dichterstellen zu erinnern, in denen der Oelbaum und
seine Frucht mit dem der Bedeutung nach dYXctöi; verwandten, wegen seiner Be-
ziehung auf die Göttin doppelsinnigen y^oiuköi; bezeichnet weiden; s. Soph. O. C.
706: •fXaxjKäc, Traiboxpöcpou qpuXXov £\a(a£; Eurip. Tro. 802: YXauKai; £Xcaa<; uputi-
tov SbeiEe KXdbov; Iph. T. 1101 und Ausll.; ferner oben Vers4: yXoiuküjv ir\r|-
aup.£vn XaP'TUJV uu^ die Namen von Nireus' Eltern Charops und Agla'ia.

**) Dort auch die Inschrift Koss Inscr. Gr. ined. III n. 270. Z. 3 steht
^bioy = [KaTT]aßiou.
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