Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

Seite: 142
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Für die Gewinnung des Textes der folgenden Inschriften war
ich, wie aus den vorstehenden Bemerkungen erhellt, meist auf die
leider fast durchgehends missrathenen Abklatsche angewiesen; über
Gestalt und Grösse der Steine liegen Angaben des Herrn Gollob
vor.

!. Fragment einer Basis, unten mit Ablauf, der ein Eierstab-
ornament trägt. Links oben unvollständig. L. 0 525, H. Ol 35. D. 0'08.
Abschrift und Abklatsch:

Mit dieser ersten aus Lykien bekannt gewordenen griechischen
Künstlerinschrift vermehrt sich die Reihe der Ueberraschungen,
welche dem Boden von Gjölbaschi verdankt werden. Der sonst un-
bekannte Künstler Hermakotas ist lykischer Abkunft, wie sein Name
zeigt, der sich, gleich anderen mit 'Epua- zusammengesetzten lyki-
schen und griechischen Personennamen, in griechischen Grabin-
schriften der lykischen Landschaft öfter wiederfindet. Den Schrift-
formen nach, welche die Publication der Künstlerinschriften durch
ein Facsimile veranschaulichen wird, gehört die Inschrift etwa in's
erste Jahrhundert v. Ch.; eine viel frühere Ansetzung möchte nament-
lich die gleichschenklige Form des Pi bedenklich machen. Die Basis
trug die Stiftung einer Freigelassenen, mit welcher sie ihre verstor-
benen Herren (fipuucri) verewigte.

2. Stelenfragment aus Kalkstein; von dem Relief ist noch
ein Stück Gewand mit Fusspitzen erhalten; ein unmittelbar an-
passendes Stück, mit Frauengewand, aus dem zwei Beine sichtbar
werden, wurde später gefunden. Unter dem Relief die Inschrift:

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