Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

Seite: 148
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In einem Garten, eine Viertelstunde westlich der Stadt, wurde
mir ein interessantes mittelalterliches Bassin aus Stein gezeigt,
welches von oblonger Form und bei einer Höhe von 1 Meter
doppelt so lang und 13 Meter breit ist. Von jeder Seite ist nach
innen eine Stufe in dasselbe derart eingearbeitet, dass die vier
Ecken massiv stehen geblieben und diese letzteren auf ihrer hori-
zontalen Fläche mit je einem Kreuze in Relief geziert sind. Der
umlaufende obere horizontale Rand trägt folgende Inschrift, die in
Folge der erwähnten Ecken mehrfach umbiegt:

t eniTHYKUJNU)

MIAKVPIAKOVAIAKU)NOVK€KAAIjUINOYT
AniNOY6E£NSTUUT

uiepruuNTO

YTUUKGCUKVPIUUC*VAA£HTOVCKAAI€PrOVNTACAMHN f

O. B

Zu griechischen Inschriften

1. Eines Wortes der Erklärung scheint das vielbehandelte
älteste Votiv-Epigramm aus Delos noch zu bedürfen (Inscript. anti-
quiss. 407) :

NiKÖtvöpn u5 ötveOnKev eKnßöXw ioxecupn,

Koüpn AeivobiKew toü NaEiou, e'Eoxog ä\[X]eu)v,

Aeivoueveos be KaoTfvriTn, Opägou b' a\oxög uje.

Die Wiederkehr des Personal-Pronomen am Schluss des Ge-
dichtchens soll dieses (freilich nicht ohne alterthümliche Unbeholfen-

Pliyskos ist von Mylasa in gerader Linie ungefähr neun geographische Meilen
entfernt und durch den tief einschneidenden keramischen Meerbusen getrennt, kann
also nicht die Hafenstadt von Mylasa gewesen sein. Als solche wird von Ste-
phanus Byzant. und dem Stadiasmus maris magni Passala bezeichnet, welches der
überlieferte Text des Strabon überhaupt nicht erwähnt, und nach Paus. VIII 10, 4
war Mylasa uur zwei Meilen von seinem Hafenort entfernt, was auf die innerste
Spitze des Meerbusens von Jasos führt, dem Mylasa in der That am nächsten
liegt. Es ist daher entweder ein schwer erklärlicher Irrthum des Strabon anzu-
nehmen oder uArioidiZgi bä udXiara Tf) Kar' 'laaöv 6aAdTTn y\ u6Xi<; zu schreiben
und dann eine Lücke zu statuiren, in welcher der Name und eine nähere Bezeich-
nung von Passala ausfiel.
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