Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

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Knieende ganz geduckt, das Horn (die Waffe?) in seinem Nacken;
die Schmausenden, zwei Protomen über der Kline; endlich, am
Bruch, der Wagenbesteigende. Oberstreif kann vorhanden gewesen
sein , obwohl der Stierreiter ein ander Mal (33) in diesem ange-
bracht ist.

Die vier folgenden Nummern sind grössere Tafeln mit Ober-
in. dUnterstreif, nach Art der bei Lajard Pl.XCVI veröffentlichten,
welche besonders für den Zusammenhang des ersteren, hier nur
fragmentiert vorkommenden zu vergleichen sind, jedoch viel dünner,
alle aus gutem Material und (bis auf 34) auf der Rückseite sorg-
fältig geglättet.

31. Fünf zusammenpassende Bruchstücke einer 0"32 h., 033 b.,
0-025 d. Tafel; 1. obere, r. untere Ecke vorhanden. Hauptfeld:
Stiertötung bis auf Kopf, Brust, r. Unterarm und Fuss des Jüng-
lings. Stier mit-Gurt. A, beide Fackeln senkend, bis auf die
Unterschenkel erhalten. Neben ihm oben der Stierträger (das Thier
gegürtet), darunter Kopf und 1. Horn vom Stierreiter. B ganz vor-
handen, langgestreckte Gestalt, r. Hand oberhalb der Stierschnauze,
die Fackel hochhaltend. Daneben der Löwe über der Vase, Kopf
mit herausgestreckter Zunge en face, über ihm, sehr verkümmert,
der Felsgeborene bis auf den Kopf. 0berstreif (etwa 0'055 im
Lichten h.): L. Solprotome, daneben ein Jüngling mit der R. die
r. Schulter eines vor ihm wohl auf dem Felsen sitzenden Bogen-
schützen berührend, wie um ihn im Losschiessen zu stören; beide
phrygisch gekleidet, vielleicht auch ein Dritter, der vor dem Schützen
r. hin kniet, die R. vors Gesicht erhebend, wie es scheint lauernd,
hinter einem Baumstamm (?), der bis zur oberen Leiste reicht.
Daneben steigt der Boden an, weiterhin ist vielleicht eines der Altär-
chen zu erkennen, wie sie auch auf den eben angeführten Lajard'schen
Mithraeen die Aedicula umgeben, aus der ein Steinbock (oder
Stier) hervorsprengt. Von dieser ist hier nur der von ein-
lachen Leisten gebildete spitze Giebel erhalten. Zwischen ihm und
jenem (nach r. ausgebogenen) Baumstamm liegt am oberen Rande
in roh angedeutetem Nachen i. hin der Stier. Andererseits scheint
der Kopf eines viel grösseren, nicht zu bestimmenden Thieres
kenntlich. Unterstreif (h. 0'075): R. in der Ecke mit unter-
schlagenem 1. Bein sitzt, Oberkörper en face und beide Hände wie
entsetzt erhoben, der bärtige Flussgott, dem eine dicke Schlange
Brust und Hals umschnürt, mit dem Kopfe dem dicht herange-
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