Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

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Vom wenig höheren Unter streif geben die zusammenhängen-
den Bruchstücke vom Flussgott rechts den Kopf, das L unterschlagene,
das r. aufgesetzte Bein, die r. Hand, die ein Horn mit sehr breiter
Mündung schwingt, darunter den Schlangenkopf; vom Viergespann
nur die sehr steil aufstrebenden Pferdevordertheile mit sorgfältig-
gesonderten Beinen, dann, nach grosser Lücke, den Kopf des
Wagenbesteigenden mit Mütze, weiterhin Kopf und Schulter der
schmausenden Person r. Von der anderen findet sich auf verein-
zeltem Bruchstück das Trinkhorn, neben dem Obertheil der Initia-
tion (vom Knieenden nur die Mütze), wieder mit deutlichem Horn.
Auf der Fussleiste -ol-yl-p- (Torma Nr. 27 -f 19). Auch Nr. 23
mag zugehören (ich lese ky ru). Darüber die bekleideten Beine der
Schmausenden unter schmaler Tischplatte zu erkennen.

35. Trapezförmige, oben abgerundete Tafel, H. O30, B.0'24—18,
D. O04, abgebildet Taf. VII 1. Verkürzte dreistreifige Darstellung.
Hauptfeld durch obere Umrahmung als Grotte bezeichnet. Sol
und Luna fehlen , auch der Rabe, wenn er nicht in undeutlicher
Erhebung 1. am Kopf der Hauptfigur angedeutet ist. Oberstreif:
Bogenschütz, der Lauernde, mit der R. anscheinend einen Dolch
senkend, dann der Stier im Nachen rechtshin stehend. Er hat,
ungewöhnlich dominierend, die Aedicula mit hervorkommendem
Steinbock nach r. gedrängt. Daneben noch der Felsgeborene (?),
am deutlichsten r. Arm mit Dolch oder Fackel zu erkennen. Unter-
streif: Initiation und die Schmausenden (nur wie Protomen auf
Kline) unter einer Wölbung: das Gespann , nur durch ein Pferd
angedeutet, lenkt ein Mann in phrygischer Mütze.

36. In Temesvär, von ähnlicher Form (abgebildet auf
Taf. VII 4), H. 0-182, B. 0-14—125, D. 0 03. Oberstreif zu brei-
terer Leiste verkümmert, darauf der Rabe und sieben Altärchen.
Unter dem Gespann im Unterstreif strömendes Wasser, abgekürzter
Ausdruck für den Flussgott. Beachtenswerth die sieben Christus-
zeichen (vgl. Torma a. a. 0. S. 144. 30).

37. Drei zusammenpassende Bruchstücke einer 0*36 h., 0-02 d.,
graumarmornen Tafel mit spitzem Giebel über rechteckigem Haupt-
bild, die Trennungsleiste etwa in der Mitte des 0'26 h. Erhaltenen.
Von der Hauptfigur Kopf und Chlamys vorhanden, darauf der
Rabe, von A und B, welche dicht an den Seitenleisten standen, die
Mützenspitzen, darüber r. der Felsgeborene als einzige Nebenfigur.
Vom Giebel die 1. Seite fragmentiert: 1. Solprotome ohne Kopf,
der Lauernde, gegen den Brauch ebenfalls sitzend. Dicht an seinem
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