Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 7.1883

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Bronzeexemplaren wenigstens durch verschiedene Attribute maskiert,
bei der Fünfkirchener Bronze zur Erhaltung des Gleichgewichts
überhaupt kaum nöthig war, in ihrer plumpen Form einer runden
schräggestellten Säule aber fast wie eine der Figur untergeschobene
Krücke erscheint. Darüber, ob dieser Theil von Haus aus zugehöre,
vermochte ich bei der Besichtigung vor fünf Jahren nicht zu einer
Entscheidung zu gelangen. Etwas Singuläres bietet auch die linke
Hand mit dem eigenartig gestalteten Blatte, das wol ein Blattfächer
sein soll.

Die Arbeit der Figur ist keine gleichmässige. Gut gelungen
in Bewegung und Behandlung sind nebst dem Gewände der Ober-
körper und der schöne Kopf mit dem zu einem hohen Korymbos
aufgesteckten Haar. Die Füsse und besonders die Hände dagegen
sind plump gerathen. — Die Statuette verdiente es wohl, durch
Gypsabgüsse verbreitet zu werden.

Wien EMANUEL LOEWY

Römische Gewichte

In den ersten Tagen des Monats Mai 1883 wurden von dem
Mes sner des Wallfahrtskirchleins auf dem Lorenziberge bei Billich-
graz in Krain eine Menge von Gegenständen aus Bronze, Vasen,
Geräthe, zum Theil mit schön stilisirten Handhaben, als Löwen,
Eidechsen, Widderköpfchen u. dgl. gefunden. Unter anderem fand
sich auch eine sorgfältig in Leder verwahrte Garnitur von römi-
schen Gewichten, die in ihrer Vollständigkeit, wie nicht minder
durch ihre Ausstattung (die Gewichtsmarken sind mit Silber tau-
schirt) sich möglicherweise als Inventarstück einer municipalen
Marktbehörde darstellen. Leider hat die Unkenntniss des Entdeckers,
wie seine Vermuthung. edleres Metall herauszufinden, eine vandalische
Zerstörung der meisten Fundstücke verursacht. Was zu retten
war, hat der stets rührige Custos des krainischen Landesmuseums
zu erhalten getrachtet und so kamen denn ausser den Bruchstücken
der erwähnten Gefässe auch drei Glocken im Gewichte von 1"48,
('•43, 0 27 Kg. und endlich die Gewichte nebst einer (was gewiss
auch selten") gleicharmigen Wage von schöner Arbeit in den
Besitz des Museums in Laibach.
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