Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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Exemplar besonders hervorheben oder diesem Umstand gar die
Schuld an dem eigenen Untergang beimessen sollte. Läge darin
doch das Eingeständniss, dass die vielen Siege, deren er sich be-
rühmt, nur über wenig gefährliche Gegner errungen worden sind!

ötve'xouai in der hier erforderten Bedeutung bietet z. B. Herodot.
VII 87: äxe yäp tüjv utttujv oüti dvexouevujv xccg xaur]Xous (ver-
glichen mit I 80) oder, wenngleich diesmal mit einem Particip ver-
bunden, VI 112 fin.: 7rpdjT0i be äveo~xovTo ecrQfjxä xe MnbiKriv
öpeovxej Kai öivbpag xous xauxnv (so Krüger statt xoug otvbpas xauxnv)
ecxGnuevous, oder auch Eurip. Heraclid. 687 (Nauck): oübeig eu'
eXÖpuiv TTpoößXeTTtuv dveEexai. Man vgl. den häufigen derartigen
Gebrauch von urroueviu oder bexouai.

Aristoteles kennt den — asiatischen — Büffel, dessen Heimat
bekanntlich Ostindien ist, nur in der Gegend des heutigen Kabul
(hist. anim. II 1 499" 4—5: — ev 'Apaxwxai?, ounep kcü o\ ßöeo'i
ctYpioi), Strabo dessen afrikanischen Namensvetter am oberen Nil
(XVI 9 p. 771: ttoXu b' ecrxi rrap' aüxoTg Tr\fj9og xuiv axpioJV ßow v),
wo derselbe noch heute angetroffen wird (s. Brehm, Volksausgabe
I 670—71). Für das Vorkommen des Büffels in Europa sind unsere
Verse, falls meine Deutung derselben als richtig befunden wird und
Hehn4 383 nichts übersehen hat, das älteste Zeugniss. War das
'merkwürdige Zwittergeschöpf zwischen Dickhäutern und Rindern'
(Brehm 674) damals in den 'Donautiefländern5, wo es gegenwärtig
heimisch ist, noch ein Fremdling oder Neuling, so ist jenes dvo~x°-
jaevos, auf das ich nach vielen vergeblichen Versuchen gerathen bin,
um so besser an seinem Platze. Auch die Form begegnet, wenn
es dafür eines Beleges bedarf, wie sonst so auch in der inschrift-
lichen Poesie selbst aus später Zeit: 141, 3 Kaibel.

Der letzte Buchstabe der letzten Zeile war anscheinend ein
a, welches ebenso wie a in dieser Inschrift oben mit einem horizon-
talen Strich versehen ist. Th. Gr.]

24. Fronton aus gewöhnlichem Stein, gefunden bei Küstendsche;
jetzt im Museum zu Bukarest. L. 1-08, br. 0'28, d. 0 55. Die
erste Zeile mit grösseren Buchstaben.
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