Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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AeobiKOu Kai Atovuoiou......

[T. Flavius Palatina Longmus Q. Marcius Turbo, dessen
Carriere und Tribus wir aus dieser Inschrift kennen lernen, wird
als Statthalter von Moesia inferior C. I. L. III n. 767, (mit vollem
Namen) und Ephem. epigr. IV p. 525 (... .Longini) aus dem .1. 155
genannt und ist wahrscheinlich, wie de Vit Onomast. s. v. vermuthet,
identisch mit dem in einer Puteolaner Inschrift vom J. 161 ge-
nannten Flavius Longinus öl. v. cur. r. p. Demnach dürfte er, wie
Mommsen (Ephem. IV p. 529) bemerkt, der Adoptivsohn des be-
kannten Gardepräfecten Hadrian's: Q. Marcius Turbo gewesen sein;
da derselbe im Anfang der Regierung Hadrian's in Dacien ein
ausserordentliches Commando gehabt hat, so ist die Annahme, dass
Longinus mit dem in einer Inschrift von Apulum etwa aus der Zeit
Trajan's erwähnten Sohne des Veteranen T. Fl{avius) Longinus zu
identificiren ist, nicht ausgeschlossen; er würde darnach aus einer
sehr bescheidenen Familie stammen. Das Jahr seines Consulates
ist nicht bekannt. — Ueber Heracleia und den daselbst herrschen-
den dorischen Dialect vgl. Boeckh im C. I. Gr. II p. 89. Das
Epitheton OeÖKTitfTOs oder öeÖKTiTOs schon bei Solon 36, 6: 'AOnvac;
TraTpib' eig Geoktitov, vgl. C. I. Gr. II n. 2892 v. 5. — Z. 14: unter
L. Caesar ist der Adoptivsohn Hadrian's L. Aelius Caesar zu ver-
stehen, demnach wird Longinus im J. 136 oder 137 Quästor gewesen
sein; über die quaestores candidati von Thronfolgern vgl. Mommsen
Staatsrecht II2 S. 556. — Am Schlüsse von Z. 14 sicher i, nicht e;
nach Analogie von C. I. Gr. n. 5993: i (= htm) avbpwv zu er-
gänzen, ist jedoch sowohl des Raumes wegen bedenklich, als auch
weil Longinus bereits die praefectura alae bekleidet hatte. An
iJXdpxnv] wird man freilich auch kaum denken können. — Am
Schlüsse von Z. 15 entspricht dem Avancement besser xiXiapxov
(= tribunus) als eTrapxov (= praefectus), vgl. Marquardt St.-V. II
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