Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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von Neapolis in Samaria und ganz ähnlicher von Eleutheropolis5),
ferner auf drei geschnittenen Steinen0). Diese Darstellungen, deren
Kenntniss ich — nebst mehreren anderen Nachweisungen -- zum
grossen Tlieil der Güte Herrn Dr. Imhoof-Blumers verdanke, be-
weisen, wie verbreitet in jenen Gegenden der Cultus von Heliopolis
war. Dass auch Berytos sich zu ihm bekannte lehren uns In-
schriften7). Von zwei Stiervordertheilen an der Basis umgeben,
erscheinen auch andere, in ihren sonstigen Attributen verschiedene
Götterbilder auf Münzen derselben Landschaften8).

Wenn nun unser Panzerrelief von diesem Typus, mit dem die
Hauptfigur sehr übereinstimmt, in der Anordnung der zwei Stiere
abweicht, so dürfte der Grund hiefür eher, als in einer Verschieden-
heit des Vorbilds, in der Anpassung an die gebräuchliche Compo-
sitionsweise der Panzerreliefs zu erkennen sein, welche naturgemäss
auf die altherkömmliche wappenartige Gegenüberstellung zweier
gleichartiger Gestalten angewiesen ist").

5) Saulcy Num. de la Terre Sainte, p. 250 n, 5, 6; abgeb. Lajard Calle de
Venus, pl. III B, 3, 4; Saulcy p. 243 n. 2.

c) Lajard, pl. III B, 5; V, 2; XIV A, 8, aus Pariser Privatbesitz und Kunst-
handel. Alle diese Darstellungen zeigen, der Beschreibung des Macrobius entspre-
chend, den Gott bartlos, was bei dem Cippusrelief wenigstens zweifelhaft ist.

') Den Cippus von Nemausus hat ein C. Julius Tiberinus aus Berytos ge-
weiht; ein anderes, von Lenormant (p. 81) erwähntes Denkmal, C. I.D. X n. 1634
(im J. 116 n. Chr.), die cxdtores Jörns Heliopolitani Berylenses qui Puleolis consistunt.

8) Eine in der ß. Adlorscepter, in der Li Nike haltende Gottheit auf unter
Geta geprägten Münzen von Dion, Saulcy pl. XIX, 9; auf Münzen von Rhosos
eine mit Blitz in der R., un (pi ou une harpe in der L. bei Imhoof-Blumer, Choix
pl. VII, 223, Mann. Grec. p. 440, 8. Ebenda pl. H, 15 (p. 437, 121) auf einer
Münze Antiochos XII. ein mit langem Chiton, Mantel und spitzer Mütze bekleideter
bärtiger Gott, in der L. un (pi avec deux feuilles (etwas gross). Endlich sind wohl
auch die zwei Protomen an der konischen Basis des Culthilds von Gababi, das mit
der R. das Doppelbeil schwingt, am 1. Arm den boiotischen Schild trägt, für Stiere,
wie Imhoof-Blumer mir angibt, nicht mit Ch. Lenormant für Rosse zu halten,
vergl. des Letzteren Nouv. gall. mytlwl. pl. XIV, 16, p. 89; Lajard Calle de Venus
pl. IV, 6; V, 5. Diese Gestalt und der (auf einem Stier stehende) Dolichenus
bieten die nächsten Analogien zum Zeus von Labranda, dessen Cultbild auch sonst
in den semitischen Kreis gehört. Vergl. noch Lajard Monwm. of Niniveli pl. 65
und die dort p. 15 angeführte Stelle Barueh 6, 15, wo die Streitaxt als Attribut
babylonischer Götterbilder angeführt wird.

Von zwei auseinander gekehrten, umblickenden Rehen umgeben erscheint
auf Münzen die Artemis von Ephesos, z. B. Cohen Medailles impir. II' p. 151,
Archäol. Zeitung 1883, S. 284, 4.

9) Besonders häufig kommen zwei Greifen vor, z. B. Clarac V, 916, 2398 C
und 2318D; 924, 2354A; 936 A, 2354C; 936 B, 2449B; 936 E, 2362 A; 949,
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