Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

Seite: 73
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wir hoffen, dass die weiteren Nachgrabungen uns mit Ergänzungen
zu den beiden merkwürdigen Denkmälern die endgiltige Lösung
des Räthsels ihrer Bedeutung bringen. Bis dahin seien sie der
Beachtung der Kenner jenes Culturgebietes empfohlen, dem sie
gegenständlich angehören müssen.

III. Herculesstatuette, vorstehend nach Photographie abge-
bildet, aus grosskörnigem weissen Marmor mit gelblicher Patina.
H. sammt O06 h. Plinthe bis zum abgebrochenen Halse O70. Arbeit
wohl nachliadrianisch, aber ungewöhnlich gut und sorgfältig, sogar
die Rückseite ausgeführt. Bei gewandter Anlage der Hauptformen
fehlt die Sicherheit und Belebung im Detail der Körperbildung, so
besonders in der Ausführung der Finger und Fusszehen. Auf vier-
eckiger rechts abgerundeter Trochilusplinthe steht neben einem
Baumstamm die mässig kräftige Gestalt im Schema des polykletischen
Doryphoros. Der Kopf trug Kranz oder Binde, wie die beiderseits
im Nacken erhaltenen Bandenden beweisen. Die L Hand war ange-
setzt. Das Löwenfell verbindet eine quadratische Stütze mit der 1.
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