Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

Seite: 83
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s • d - s = S(ilvano) D(omesticö) s(acrum)

Auf der oberen Fläche eine Schale angedeutet.

Links in ganz rohem Flachrelief der Gott, eine nackte Gestalt mit unge-
heurem (bärtigen?) Kopf, den ein Hut zu bedecken scheint und winzigen Armen.
Kr sehreitet nach rechts, indem er sich mit der Linken auf einen grossen dicken
■Stock stützt. Mit der Rechten erhebt er ein schmales, sehr undeutlich gewordenes
Attribut, das oben fast rechtwinkelig umbiegt. Dennoch dürfte darin die falx zu
erkennen sein, welche Silvanus sonst führt, vergl. Annali dell' Inst. 18GG lav. J, 1;
K, 2. Der Hund, welcher ebenda neben dem Gotte sitzt oder steht, läuft hier, wie
dort umblickend, vor ihm her, ist jedoch so ungeschickt angebracht, dass der Gott
mit dem 1. Fuss auf seinen Rücken zu treten scheint. Unter dem Hund, wie es
scheint ganz singulär, ein rechtshin springender Delphin. Auf der r. Seitenfläche
über einer Kanne Schale mit bestossenem, abwärts gekehrten Stiel.

7. Runde Sandsteinara, h. 0-19, br. 0-19, d. 0-14; gef. 1883
im Lager.

8. Tafel aus Sandstein von einem Giebel gekrönt, in welchem
ein Medusenhaupt; darunter in einem viereckigen, von zwei gewun-
denen Säulen mit Kelchkapitell eingeschlossenen Felde: eine Guir-
lande mit je zwei Fascien an den Enden, auf beiden Seiten neben
den Basen der Säulen ein bärtiger Kopf im Profil nach Innen ge-
wendet. Darunter befindet sich die Inschrift. H. 1'35, br. 0 70,
d. 0'12. Gef. 1884 auf der Käsmacherweide in Petronell, jetzt im
Schlosse des Grafen Traun daselbst.

Z. 7 aq(uilifer).

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Die nach verschiedenen Richtungen interessanten Funde des
vergangenen Jahres haben die von mir in dieser Zeitschrift (V. 1881,
S. 222) ausgesprochene Vermuthung, dass 'der Raum zwischen dem
sogenannten Lagerheiligthum und dem Fundorte der Gründungs-
inschrift allem Anscheine nach von den ■ Anlagen des Prätoriums

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