Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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aus grünem Glase bestehenden Schale. Diese Eeste, sowie die Marke der Dach-
ziegeltrümmer, zusammengehalten mit der Art, wie die Marmorplatten durch Eisen-
keile unter Anwendung von Bleiverguss verbunden sind, berechtigen zu der An-
nahme, dass hier eine Grabstätte aus der Römerzeit vorliege, und da die Eümer
ihre Grabstätten in die Nähe der Strassen zu legen pflegten, so dürfte der Fund
einen neuen Anhaltspunkt für das Netz der Kömerstrassen in hiesiger Gegend bieten.'

VIII. Inschriften aus Brigetio

Die folgenden Inschriften, die sich in O-Szöny in Privatbesitz
befanden, sind im August 1883 durch Tausch für die kaiserlichen
Sammlungen erworben und im unteren Belvedere aufgestellt worden.
Ueber den Fundort ist nichts bekannt. Herr Director von Kenner
hat die Freundlichkeit gehabt, mich auf diese neuen Erwerbungen
aufmerksam zu machen und die Publication derselben in dieser
Zeitschrift zu gestatten.

h Tafel von Marmor, h. 0-14, br. 023, d. 04. Schrift etwa
des dritten Jahrhunderts. Unter der Inschrift Spuren von vier
Füssen (wohl Fortuna und Mercurius).

FORTVNE -
M E R C V R I O -
SILVANO ■ jVGG -

A V R •
B A S S V S 6
V • S ■ lfm

2. Kleine Ära von weichem Kalkstein, h. 011, br. 0-07, d. 0 6.
Die oberflächlich eingeritzte Schrift mit Bleistift nachgefahren und
dadurch unleserlich gemacht; doch lässt sich auf dem Abklatsch
deutlich erkennen:

SILVANO
S A N C TO
DO ME ST I
COVSLM

Auf der rechten Seite befindet sich, wenn man der Ueber-
schmierung trauen darf, ein Opferkrug, auf der linken ein Kranz
(vielleicht aus einer patera entstellt).

3. Platte von Kalkstein, h. 0'60, br. 0'48, d. 0'09:

Sitzender Hund,
den Kopf nach
rechts erhoben
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