Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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95,

Topf am Fussende eingestellt, eine Thonschale in der halben
Schenkelhöhe, bronzene Ortbeschläge eines Gürtels (?) in der Hüft-
gegend und ein Billondenar (Antoninian) von K. Carinus in der
Gegend der Brust.

Die Ziegel trugen die Stempel:

L.EGXG KEGXG LEXG LXG Oai

Die Fundstelle liegt ziemlich genau vor dem Hausthore Nr. 8,
von diesem 5-8 M. in der Richtung gegen die Universitätsbibliothek
entfernt; das Kopfende war gegen den alten Fleiscbmarkt geriebtet.
Die Fundstücke befinden sich in dem städtischen Museum von Wien.

0. H.

Briefe der Attaliden an den Priester von

Pessinus

Diese Inschriften befinden sich auf dem armenischen Fried-
hofe in Sivrihissar, wo sie von Mordtmann im Jabre 1859 aufge-
funden wurden1). Sie stammen ohne Zweifel, wie alle antiken
Reste in Sivrihissar, aus dem nahegelegenen Balahissar, dem alten
Pessinus. Die Fragmente A und B sind auf demselben, C und D
jedes auf einem besonderen Blocke aus weissem feinkörnigen Marmor
geschrieben. Die Dimensionen des ersten Blockes betragen: L. 1*25,
Br. 0-60; die des zweiten: L. 075, Br. 60; des dritten: L. 0-60,
Br. 0-452). Nach der einfachen Quaderform der Steine zu schliessen,
welche keine Spur von Profilierung zeigen, stammen diese Blöcke
von einem grösseren Denkmale, vielleicht von dem Tempel, welchen
die Attaliden in Pessinus erbaut haben3). Die Auffindung der In-
schriften auf dem ausgedehnten Gräberfelde gelang mir erst in vor-
gerückter Stunde, so dass ich, da unsere Reisezwecke einen längeren
Aufenthalt nicht gestatteten, mich begnügen musste, Papierabdrücke
zu nehmen. Doch sind diese, dank der trefflichen Erhaltung der

*) Mordtmann hat sie bekannt gemacht in den Sitzungsb. d. baier. Akad.
18G0 S. 180—189.

*) Die MaasHe sind nach dem Papierabdrnck genommen.

3) Strabo p. 507. TT€ö0tvoü<; — KaTeo"K6ua0Tai o' vmö twv 'AttuXiküjv
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