Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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Herr Stamulis besitzt eine interessante Sammlung von Steinen,
welche aus der Umgegend von Silivri stammen; ich füge hier ihre
Beschreibung vor den christlichen Inschriften ein.

19. Aus Kadiköi, einem Dorfe l'/2 St. nordw. von Silivria.
Rasrelief, oben abgebrochen, so dass man nur die Ueberreste von
drei Pferdefiissen sieht. H. 0'15, Br. 0-15, darunter Inschrift (Ab-
klatsch), links abgebrochen.

____iujvoff ÜTrep ectuTou [kou t]üjv ibi'wv dveönKev.

20. Ebendaher, zwei zusammengehörige Fragmente, br. 0'27,
h. 019; an allen Seiten abgebrochen.

Darunter ist noch der Oberkörper eines Reiters mit fliegender
Chlamys erhalten.

Aupi'i\[i]og 'Acpoüg ueidc Tfjg -fXuKUTaTng uo[u o"]uvßiou 'AffKXnmo-
o[öt]ng eüSüuevog Geopg etc.

Die Bedeutung der drei Buchstaben nNC über Z. 1 ist mir
unklar.

21. Ebendaher. Grabrelief: zwei stehende weibliche Figuren
nebeneinander en face; 1. Hund anspringend, r. unten Vogel; im
Hintergrunde ein Bord, auf welchem Kamm, Spiegel und andere
Gegenstände stehen. H. ca. l1/t, Br. oben 0 (50; darüber folgende
Inschrift mach Abklatsch):

#iao0e a zhnqnoj z h n i z z h n ft n o £

0iXoOea Zrivuuvoc;. Zfjvtg Zrivuuvog.

In dem Worte *iao6ea ist ein Zwischenraum zwischen e und a,
vermuthlich hatte der Steinmetz zuerst *iao0eia eingegraben.

22. Ebendaher. Basrelief: r. Mann gelagert, sich bekränzend,
vor ihm Dreifuss; 1. Frau sich entschleiernd. H. 0-33, Br. 0-20.
Ueber dem Relief folgende Inschrift (Abklatsch):
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