Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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Man sagte mir in Penga, dass im kurdischen Dorfe Sineker
— 2 Stunden von liier und 1 Stunde von Simara entfernt — viele
Antiquitäten, Ruinen von Gebäuden etc. zu sehen wären.

Das armenische Dorf Kesrik liegt eine halbe Stunde Weges
südöstl. von Charput - Mesre. Am süd - östlichen Ende des Dorfes
findet man auf einer kleinen Anhöhe eine von Stein erbaute arme-
nische Kirche und vor der Thüre derselben einen viereckigen, auf
vier Pfeilern ruhenden, kuppelartig eingedachten Vorbau. Auf der
inneren Seite der zwei vorderen Pfeiler, also rechts und links vom
Eingange, ist circa 50 Cm. über dem Fussboden je eine gegen
2 M. hohe, gegen 1 M. breite und 20 Cm. dicke Steinplatte von
Muschelkalk eingemauert. Die Platten werden von einem erhabenen
Rande eingefasst, doch ist diese Einfassung theilweise beschädigt
und bei dem linken Steine fehlt sie oben. Die von dieser Um-
rahmung eingeschlossene tiefere Fläche trägt je eine schön erhaltene
Inschrift. Die genauen Dimensionen der Steine sind folgende:

Der Stein auf der rechten Seite hat eine Höhe von 195 Cm.
(innere Fläche 134 Cm.) und eine Breite von 95 Cm. (innere Fläche
75 Cm.); jener auf der linken Seite hingegen eine Höhe von 185 Cm.
(innere Fläche 133 Cm.) und eine Breite von 95 Cm. (innere Fläche
73 Cm.)-

Ich copierte die Inschriften am 6. Juni 1882 und erfuhr zu-
gleich, dass sie vor drei Jahren in der Umgebung gefunden und
von deren Eigenthümer, einem reichen Insassen von Kesrik, der
sich Johann Effendi Pascal, Sohn des Gabriel nennt, hier aufgestellt
wurden*).

1. NEROCLAVDIvs 2. NERO CLAVDIW

CAE SARAVCCERMNo CAESAR AVGGERMNCvs

II

IMP PONT MAX TRIB

IMPPONTAVXTRIBPOTXI

POT-XI-COS-IIII-iMPIXRR

COS IUI IMP Villi PAT P

5

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5

C N D O M I T I O @RBVL"N

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TAVRELlOFVLVOLE<We

LEG ■ AVC -

L E C - III • G A L

L E G - III - GAL •

*) [Beide Inschriften sind in der Ephem. epigr. V n. 35 publicirt und von
Mommsen erläutert worden. A. D.]

Archüologisck-opigraphiBche Mitth. VIII. 16
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