Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 8.1884

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Von demselben Owannes Effendi erfuhr ich auch, dass in dem
etwa drei Stunden von hier südöstlich gelegenen armenischen Dorfe
Kowank sich eine ähnliche Inschrift befinde. Ich fand dieselbe am
11. Juli 1883 in der vorderen Abtheilung der Doppolkirche von
Kowank links vom Altare in einer Höhe von 2 M. über dem Fuss-
boden eingemauert. Der Stein war 90 Cm. hoch und 70 Cm. breit.
Ob es harter Sandstein oder Granit sei, war bei dem schwachen
Kerzenlichte nicht zu unterscheiden. Die Ränder waren mit Kalk
angeworfen, der erst theilweise abgeschabt werden musste, wogegen
einige Bauern protestierten. Ueber die Inschrift war jedoch ein
grosses Kreuz eingehauen worden, wodurch die Inschrift fast total
ruinirt worden ist.

Restitution *)

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In der zweiten Abtheilung der Kirche sah ich ferner zwei
Säulenschäfte von 2 M. Länge und 37 Ctm. Durchmesser von
rothem grobkörnigen Granit in die Wand der Kirche theilweise
eingelassen. Auch diese Säulenreste scheinen antiken Ursprunges
zu sein, doch habe ich nicht erfahren können, ob sie an Ort und
Stelle gefunden oder etwa von Kesrik zum Kirchenbau hierher-
geschleppt worden sind.

*) [Ohne Zweifel ein drittes Exemplar der Corbulo-Inschrift und -wahrschein-
lich von Kesrik nach Kowank verschleppt. A. D.]

JOS. WÜNSCH
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