Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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[Imp. Caes. M. Jul. P]hi[U]pp[us Aug.] tr. pot. [cos. p. p.] p[r]o-
cos. et [M. J]ul. Ph[i]Uppus nobiilissimus) Caes(ar) co(n)s(ul), cur (ante)
Cl(audio) Herenniano v(iro) c(larissimo) leg(ato) Augustorum pr(o)
pr(aetore).

Die Inschrift fällt in das Jahr 247, in dem Philipp der Sohn
Consul wird und zwar vor Verleihung des Augustus-Titels (vgl.
über die Zeit dieser Verleihung Eekhel d. n. VII p. 336) oder
wenigstens bevor dieselbe in Dalmatien bekannt war. Nach den
Raumverhältnissen scheint die Zahl bei der tribunicia potestas und
dem Consulat des Vaters, wie auch in anderen Inschriften gefehlt
zu haben*).

15. Sarkophag, gef. im November 1883 ausserhalb der Basi-
lica von Salona (vicino Vabside principale: Bull. Balm. 1884 p. 145).
Die Schrift dürfte dem 4. Jahrhundert angehören.

ant- tavro ex d v A
r v s • c • dvcenar i o
post facto q_v i v i
x i t a n i s ■ < v • sie
5 ael • s a t v r n i n a ■ c • f
marito benig nis
s i m o

Z. 1. 2 sind die Buchstaben d v a und r v s durch Spatien
getrennt; ob dadurch angedeutet werden sollte, dass hier litterae
singulares zu verstehen seien, ist umso zweifelhafter, als auch in
Z. 2 rio, Z. 3 a. E. vi, Z. 4 s von ani und Z. 6 nis von dem vor-
hergehenden Theile des Wortes abgetrennt ist. Eine sichere Er-
klärung dieser Buchstaben wird schwerlich gelingen*, mir scheint
die Annahme eines Irrthums des Steinmetzen am wahrscheinlichsten.
Nach den folgenden Worten ducenario post facto zu schliessen, muss
ein Amt oder ein Titel vorausgegangen sein ; vielleicht wird man
demnach c{entenario) zu ergänzen haben. — Z. 4 ist < == l.

) Im Bullettino Dalmato 1884 S. 167, wo die Inschrift nach meiner Copie
veröffentlicht ist, ist der hier genannte Claudius Herennianus durch einen Irrthum
meinerseits (in Verwechslung mit der von mir gleichzeitig' abgeschriebenen Probus-
Inschrift — s. unten S. 29) mit dem als Feldherr des Probus genannten (vita Probi
c. 22, vgl. vita Claudi c. 17) Herennianus identificirt, was selbstverständlich nicht
angeht.
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