Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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eine Traube emporhält, noch erhalten. Letztere zu erhaschen, springt
ein Böcklein (es fehlt der Kopf desselben) in die Höhe.

Eelief aus Gardun, seit 1862 im Museum zu Berlin (Bötticher's
Nachtrag zu Gerhards Kataloge S. 27 n. 1002), 0*24 hoch, 0'25
breit (soweit erhalten); rechts gebrochen. Links steht Pan fast
en face (nur wenig nach rechts gewendet), mit herabhängendem (?)
Gliede; er nähert die mit der Rechten gehaltene Syrinx dem Munde
und stützt mit der Linken einen Knüttel auf den Boden. Rechts
die Nymphen, von welchen die äusserste rechts weggebrochen ist.
Die beiden andern sind in gegürtetem Chiton (den auch wohl die
fehlende trug) und reichen sich die Hände. Die zur Linken erhebt
die freie Rechte, als ob sie einen Stengel hielte, der möglicherweise
gemalt war. [Ich verdanke die Bestätigung meiner dieses Stück be-
treffenden Notizen aus dem Jahre 1880 der bewährten Güte Dr.
Puchstein's].

Vier Fragmente eines Reliefs im Besitze des Conte Alberto
Paulovic zu Sinj. Das Bullettino di arch. e storza dalm. VIII p. 26
n. 79 gibt an, dieselben wären 1884 in Bajagic (am linken Ufer der
Cettina, Citluk gegenüber) zum Vorschein gekommen, während sie
nach der bestimmten Aussage des Besitzers in Bernace (1 Kilometer
von Sinj an der Strasse nach Spalato und Trilj), wo eine warme
Quelle zu Tage tritt, gefunden worden sind. Die grössere rechte
Hälfte des Reliefs wird aus drei aneinanderpasseuden, zusammen
0*32 hohen und 0*30 breiten Bruchstücken gebildet. Pan steht rechts
mit dem geschulterten Pedum in der Rechten, der Syrinx in der
vorgestreckten Linken. Er ist mit besonders grossen, in horizon-
taler Richtung gewundenen Hörnern ausgestattet; sein Bart ist
nicht erkennbar. Zu seinen Füssen sitzt rechts zu ihm aufblickend
ein Hund (mit heraushängender Zunge?); links steht eine Ziege
nach 1. mit zurückgewandtem Kopfe. Auf diesen Bruchstücken ist
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