Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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ferner fast vollständig die rechts stehende der drei Nymphen
erhalten, während das vierte, ungefähr 0*183 hohe und 0*16 breite,
mit den andern nicht zusammenhängende Fragment den Obertheil
der letzten Nymphe links zeigt. Beide sind mit dem Chiton und,
wie es scheint, auch mit einem rückwärts herabfallenden Mantel
bekleidet und halten in einer Hand — die eine in der Linken, die
andre in der Rechten — einen Blätterbüschel empor. Von der mitt-
leren Nymphe, welche ohne Zweifel dem gewöhnlichen Schema
zu Folge den andern die Hände reichte, ist nichts vorhanden. Das
Gefälte der Kleider ist in rohester Weise durch horizontale und
vertikale Furchen angedeutet. Auf der oberen und unteren Rahmen-
leiste steht die Inschrift (nach Hirschfeld's Lesung) :

nymphiJs ■ ET SILVANO
' A ISE C\S • V- L-P-

Der fünfte Buchstabe in der zweiten Zeile eher o als c.

Relief, eingemauert im Hause des Francesco Tomasich (Cafe
Aurora) in Capo d' Istria, 0*35 hoch, 0'36 lang. Indem ich es hier
aufnehme, überschreite ich zwar die mir gesteckten Grenzen, doch
fügt sich das Stück völlig in die Reihe der angeführten und es ist
nicht undenkbar, dass dasselbe von der dalmatinischen Küste
hieher verschleppt worden ist. Der bockfüssige, deutlich bärtige
Pan zur Linken des Beschauers verbindet sich hier mit den drei

rechts stehenden Nymphen inniger als sonst, indem alle vier Figuren
(was freilich die rohe Arbeit nur andeutet) untereinander an den
Händen sich fassen. Pan hält, wie die letzte Nymphe rechts, eine
Blume in der erhobenen freien Hand. Die zwei Figuren zur R.
wenden das Gesicht nach 1., die zur L. nach r. Die Nymphen sind
im gegürteten Chiton und tragen das Haar im Nacken aufgebunden.
Ueber und unter der Darstellung die Inschrift:
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