Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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Pan, der hier einmal völlig menschlich selbst ohne Hörnchen und
zugespitzte Ohren gebildet ist. So hat sich auch in diesem ent-
legenen Landstriche die edlere Bildung des Gottes neben der popu-
lären des Aegipan bis in späte Zeiten erhalten.

Ich habe die Votivbilder des Pan und der Nymphen an die
Spitze meines Berichtes gestellt, weil sie gleichsam die am meisten
charakteristischen Denkmäler Dalmatiens sind. Die übrigen Bild-
werke, welche von mir auf meiner Reise gesammelt wurden, lasse
ich nun in topographischer Anordnung von Norden nach Süden
fortschreitend folgen. Wohl mit gutem Rechte darf ich mit A gram
beginnen, in dessen Museum (sowie im vorigen Jahrhunderte nach
Venedig, im Beginne des unseren nach Wien) viele Monumente
dalmatinischer Herkunft durch die Bemühungen des Abate Gliubich
namentlich in der dem neuen Aufschwünge des Spalatiner Museums
unmittelbar vorausgehenden Zeit gelangt sind.

Meine Bemerkungen über den Besitz dieser Sammlung be-
schränken sich indess für jetzt nur auf drei Stücke, und zwar zunächst
auf die im Säulenhofe stehende Statue dos Apollon aus Salona

(ehedem im Besitze V. Solitro's, gest. 1850), welche Löwy im 3. Jahr-
gange dieser Zeitschrift S. 165 beschrieben hat (vgl. Conze in der
Zeitschrift für bildende Kunst 1872 S. 260). Herr J. Krsnjavi erklärt
sie in den Jahrbüchern der südslavischen Akademie Band LV
(1881) p. 207—220 für ein pasticcio; ihm zu Folge ist der Körper
aus zwei nicht aneinander passenden Stücken verschiedenen Stiles
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