Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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so müsste die Masche doch wenigstens zum Theil sichtbar werden.
Der Panzer besteht aus zwei aneinander gefügten Hälften — einer
vorderen und einer hinteren — wie dies in den jederseits von der
Achselgrube bis zu den Lenden sich herabziehenden Furchen er-
kennbar ist. An den Lederstreifen aussen am rechten Oberschenkel
gewahrt man die Spur des neben der Statue auf die Basis gesetzten
Tronkes. — Näher oder entfernter ähnlichem Panzerschmucke wie
an diesem Torso begegnen wir öfter, so an einer Statue aus Gabii
im Louvre (Clarac 338, 2414), einer in Madrid (Clarac 91GB, 2504 A,
Hübner die ant. Bildwerke in Madrid n. 81), einer dritten im Palazzo
Colonna (Braun antike Marmorwerke 2. Dek. Taf. 9, Matz-Duhn ant.
Bildwerke in Rom I n. 1355) etc. Diesen Statuen mangelt indess
der ihnen ursprünglich zugehörige Porträtkopf, wogegen eine im
Capitol den des Marc Aurel {Mus. Capilol. III pl. 58, Clarac 953.
2447) noch bewahrt hat. Ein Panzertorso (ca. 0*88 hoch), welchen
im Anfange des vorigen Jahrhunderts Antonio Nani aus Morea
nach Venedig gebracht hat, und den ich nebst anderen Resten
der Sammlung seines Hauses 1878 in der Casa Businelli in Legnaro
bei Padua gesehen habe, zeigt gleich der capitolinischen Statue
zwei Victorien einen Schild an ein Tropaion hängend (Passeri osser-
vazioni sopra Vavorio fossile etc. sezione 3 pag. XLIV, Museo Nani
221). Er wird für uns um so werthvoller, als sich die dazu gehörige
Inschrift (C. I. L. III 501) erhalten hat, der zu Folge die Statue dem
Kaiser Antoninus Pius 138 n. Chr. gesetzt worden ist. Mit dem
Exemplare in Agram sollen .Münzen des Kaisers Hadrian ausgegraben
worden sein. Ob die angeführten Thatsachen zu dem Schlüsse be-
rechtigen, dass dieser Torso, gleichwie die andern ähnlich geschmückten
und noch unbestimmten, irgend einem Kaiser der hadrianisch-anto-
ninischen Zeit angehört habe, könnte freilich erst nach eingehendem
Studium dieser Panzerstatuen mit grösserer Bestimmtheit entschieden
werden.

Aus den übrigen Denkmälern dalmatinischen Fundorts im
Agramer Museum sei nur noch der Grabcippus des Asi-
donius Agatopus, den die Inschrift als „ceriolarius" bezeichnet,
und seiner Gattin Aurelia Luxuria hervorgehoben (C. L L. 2112.
2113). Der Cippus ist sammt seiner kegelförmigen Bekrönung
0*76 hoch, zeigt an seiner 0*27 breiten, mit einem Giebel ausge-
zeichneten Vorderseite die Grabschrift, auf den beiden Nebenseiten
(0*255 br.) Darstellungen in Relief und zwar einerseits (rechts)
den Mercur, anderseits (links) das Ehepaar bei handwerklicher Ver-

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