Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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stützt. Die Beine sind in den Mantel gehüllt, der rechte (abgebro-
chene) Fuss war vorgestellt, der linke ist zurückgezogen. Das ge-
schweifte Stuhlbein endigt in einen Pantherkopf und über dem Sitz-

brette hängt ein Thierfell herab. Die Figur ist demnach wohl
Bacchus. Gute Arbeit.

3. Einige hundert Schritte von der Bahnstation, an der Strasse
nach Trau, liegt die kleine Cappella di S. Caio, erbaut von Kaiser
Franz II. zum Schutze des während seiner Anwesenheit 1818 in
Salona entdeckten, in den Felsen gehauenen Sarkophages (0 85 hoch,
2*85 1.) mit der Darstellung dreier H erakl esthaten, der nun als
Altartisch dient; abgebildet sachlich richtig, im Stile aber verfehlt
Steinbüchel üalmatien (Wiener Jahrbücher der Literatur XIL Bd.
Anzeigeblatt Nr. XII) Taf. I Fig. 3, und Lanza monumenti Saloni-
tani inediti (Denkschriften der Akad. d. Wissensch. VII. Bd.) tav. II
Fig. 11 Ueber dem Herakles im mittleren Bilde fliesst aus einer
Oeffnung eine Heilquelle.

4. In Salona selbst und den zerstreuten Gehöften bis gegen
Klissa hin16) findet man an den Häusern eingemauert zahlreiche
Architekturfragmente und Reste antiker Sculpturen, die alle zu ver-
zeichnen mir trotz wiederholter Besuche dieses Ortes nicht möglieh
war. Die grosse Anzahl unbedeutender Bruchstücke bei Seite
setzend, hebe ich folgende zwei Stücke heraus:

Gruppe zweier Ringer, Relief an dem Hause bei der Brücke
über den Jader, rechts und links gebrochen, 0*82 hoch, l-04 br.
Der eine (rechts) nach 1 ausschreitend, das Gesicht dem Beschauer
zugewandt und den Oberkörper stark vorgeneigt, hat mit beiden

l6) Nach Procopius de hello gothico I 7, pag, 38 ed. Dindorf, reichten die
Vorstädte Salona's bis zu dem Engpasse von Klissa.
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