Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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Armen seinen Gegner (links) auf die Kniee und Ellenbogen zu Boden
gedrückt. Beide Ringer sind nackt und von plumpen Körperformen.

Ära, 0*98 h., 0 46 br., im Hause des Doimo Katic, s. Hirsch-
felds Bericht S. 6 n. 5. Dieselbe dürfte ursprünglich weder für die
Sculptur noch die Inschrift bestimmt gewesen sein, da die eine
wie die andere in die oben und unten abschliessenden architekto-
nischen Gliederungen übergreift. Inmitten der Inschrift steht in
Vorderansicht Herakles (1. Standbein) mit geschulterter Keule in
der erhobenen Rechten und dem Löwenfell über dem gesenkten
linken Vorderarm. Die Oberfläche ist ganz zerstört.

Vranjica. Drei Fragmente einer überlebensgrossen weib-
lichen Gewandstatue aus Marmor liegen vor der Casa Bulic.
Zwei davon passen aneinander und bilden die untere Hälfte der
Statue (1*15 hoch), ein drittes (ca. 0*50 hoch) ist ihr rechtes
Schulterstück. Die Frau war mit dem langen Aermelchiton und
mit einem darüber geworfenen, mit Fransen besetzten Himation
bekleidet; ein Zipfel desselben hing über die linke Schulter. Der
rechte Oberarm war gesenkt. Standbein ist das rechte. Der Kopf
war in einem tiefen, rauh geriefelten Becken eingesetzt. Die
Arbeit ist in Hinblick auf ihre provinzielle Entstehung vortrefflich,
die Rückseite der Figur aber vernachlässigt.

M er cur, Relief an einem benachbarten Hause. Der Gott mit
dem Petasos auf dem Haupte ist mit der Chlamys bekleidet, hält
in der R. den Beutel, in der L. den Caduceus. Der untere Theil
fehlt. Vgl. die S. 49 und 50 beschriebenen Reliefs. Ein andres
mit dem Bilde des Gottes in Kljake (Magnum) ist im Bull. dalm.
III S. 114 beschrieben.

Genius des Herbstes, Relief an der Casa Benzon am Ufer.
Der geflügelte nackte Knabe geht, das rechte Bein zurücksetzend,
nach 1.; sein Kopf in Vorderansicht. Er trägt mit der erhobenen
Rechten einen mit Früchten vollgefüllten Korb auf dem Nacken und
hält in der gesenkten Linken ein Häschen. Der Rahmen ist reich
verziert, mit Akanthosornamenten der äussere breite Rand, mit
Blättern die innere Hohlkehle. Vgl. die Reliefs im Giardino Fan-
fogna zu Trau und in Castell Cambio (S. 58), sowie den Sarkophag
mit der Darstellung der vier Jahreszeiten im Museum zu Spalato,
abgeb. Lanza monumenti Salonitani inediti tav. VII Fig. 2.

Fragment eines Reliefs, Marmor (?), 0*17 hoch, 0*33 breit, an
der Casa Belzon. Erhalten ist der im Profil nach r. gewandte bär-
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