Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 64
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Platte aus alabasterähnlichem weissem Marmor, 0'38 hoch,
037 breit; unten gebrochen, die Oberfläche theils corrodirt. Diana
— bis etwa zu den Knieen erhalten — den Oberkörper stark
(nach 1.) zurückgeneigt, den Kopf in dreiviertel Profil, in eiligem
Laufe nach r. Sie ist mit dem gegürteten Chiton bekleidet.
Ein schärpenartig zusammengefalteter Mantel ist unter dem Gürtel
und dem Köcherbande gezogen, über die linke Schulter geworfen

und flattert mit dem freien Ende im Winde. Auf dem Rücken
trägt die Göttin den geschlossenen Köcher und in der vorgestreckten
Linken den Bogen, von dessen abgebrochenem oberen Horn der
Ansatz am Baum stamme rechts sichtbar ist. Der rechte Vorderarm
fehlt, die Hand war in die Hüfte gesetzt. Rechts eine Eiche. Das
Relief ist von völlig ungleicher Erhebung (bis zu 0*063) und rein
malerischer Behandlung; der Baum und der wehende Mantelzipfel
greifen in den profilirten Rahmen ein. Aus Salona.

Rechte obere Ecke einer Reliefplatte aus Kalkstein, 012 hoch,
0*15 breit. Der Bruch geht quer unter dem Kopfe zum rechten
Ellenbogen. Erhalten ist der mit einem Diadem geschmückte Kopf
in Vorderansicht und der erhobene rechte Vorderarm, dessen Hand
den Köcher (?) umfasst. Ländlich rohe Arbeit. Gleichfalls aus
Salona.

Untere Hälfte eines Reliefs aus Kalkstein, 0*105 hoch, 0*125
breit. Erhalten sind bis nahe zum Knie die mit dem Chiton be-
deckten Beine der nach r. eilenden Göttin; rechts läuft ein Hase
nach r. ; links steht ein Hund mit umgedrehtem aufblickendem
Kopfe und einem Bande um den Hals. Ueber dem Ohr des Hasen
vielleicht ein Rest des Bogens. Aus Salona 17).

17) Ein andres Bruchstück des Museums, 0*175 hoch, 0*18 breit, zeigt in
ähnlicher Weise die Beine einer mit dem kurzgeschürzten Chiton bekleideten Figur;
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