Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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d% storia ed arch. dalm. VI p. 65). Vgl. Arch.-epigr. Mitth. VIII
S. 109 n. 22, wo auch die Inschrift.

[Ein fünftes Relief, 0205 hoch, 0*16 breit, befindet sich in
der Sammlung des unteren Belvedere, Sacken u. Kenner's Katalog
S. 43 u. 74 n. 193, abgebildet in H. F. Rödlich's Skizzen des phy-
sischen und moralischen Zustandes Dalmatiens und der Buchten
von Cattaro Tafel 6. Diana, abermals in der Linken den Bogen
haltend und mit der erhobenen Rechten nach dem am Rücken hän-
genden Köcher greifend, lauft nach r.; Kopf und Oberkörper en face.
Sie ist mit dem gegürteten Doppelchiton und mit einem vom Winde
aufgebauschten Mantel bekleidet und trägt über der Stirne ein Dia-
dem. Rechts lauft nach r. ein Hase. Rohe Arbeit. Unter dem Bilde
die Inschrift (C. I. L. 31566):

MAXIMIANVS BOtf
VM SOLBl£

Nach Rödlich a. a. O. S. 3 bei Kistanje gefunden, seit 1805 in der
kaiserl. Sammlung].

Den übrigen Skulpturen des Museums entnehme ich nur noch
ein Relief mit einer historischen Darstellung, abgebildet
auf Tafel III (nach einer von Hofr. Benndorf zur Verfügung ge-
stellten Photographie mit Zuhilfenahme einer Skizze). Es ist rechts,
links und unten vollständig, oben aber gebrochen, und misst gegen-
wärtig 0*395 in der Höhe bei 0*609 Breite. Die Figuren erheben
sich bis 0'06 vom Hintergrunde und ragen hier und dort über die
einrahmenden Leisten hinaus. — Links (die grössere Hälfte der
Bildfläche einnehmend) sprengt ein Reiter nach r. Der Kopf, der
rechte Arm und der rechte Vorderfuss desselben fehlen, ebenso der
Kopf und das rechte vordere Bein des Pferdes. Der Reiter ist mit
der kurzgeschürzten Tunica, zurückgeschlagenem Mantel und bis
über die Knöcheln reichenden Stiefeln bekleidet. Sein rechter Arm
war erhoben. Ihm folgend lauft neben dem Pferde eine weibliche
Figur, in welcher trotz der ihr mangelnden Flügel Victoria kaum
zu verkennen ist. Ihr Kopf ist weggebrochen und ihr rechter Arm
beschädigt. Sie ist beschuht und im Doppelchiton, dessen Gürtel
ein aufgeblähtes Mäntelchen aufnimmt (an dem flatternden Zipfel
desselben ein Quästchen), und erhebt den rechten Arm, als hätte
sie in der jetzt fehlenden Hand einen Kranz gehalten. Unter dem
Pferde sitzt eine Sphinx in Vorderansicht mit ausgebreiteten Flügeln.
Man gewahrt einen nach ägyptischer Weise stilisirten Bart unter
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