Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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„Gerne komme ich der Aufforderung meines Collegen nach,
die Inschriften der Kalksteinsphinx Amenophis III. (XVIII. Dynastie,
ca. 1450 v. Chr.) in Spalato, die bereits im ersten Jahrgange
(S. 95—97) dieser Zeitschrift von fachmännischer Seite besprochen
worden sind, nochmals zu publiciren und meine mehrfach abwei-
chende Lesung derselben nach den mir freundlichst zur Verfügung
gestellten Papierabklatschen und der Abbildung bei Adam pl. LX,
welche die Texte vollständiger gibt, als sie sich gegenwärtig prä-
sentiren, hier vorzulegen. Von der Beschreibung des Denkmales,
das sich in nichts von anderen Königssphinxen unterscheidet, glaube
ich Umgang nehmen zu können und bemerke nur, dass der abge-
brochene Kopf der Sphinx, welchen Prof. Conze im Jahre 1877 über
einer Hausthüre in Spalato eingemauert sah, nach Dr. Schneidens
Mittheilung sich noch dermalen am gleichen Orte befindet.

Inschrift auf der Brust der Sphinx:

AAAAAA

10 I

O

SZ5

V-4

A VW

1) „Der gute Gott Ra neb mat (Vorname Amenophis III.),
der Lebenspender", 2) „geliebt von Amon-Ra, dem Herrn von Ncs
(taui), dem Herrn des Himmels".

Inschrift auf der Vorderseite des Sockels*):

*) Die eingeklammerten Hieroglyphen sind gegenwärtig in Folge Verwitterung
des Steines zerstört und nach der Abbildung bei Adam ergänzt, in der die am
Schlüsse der Kandcolumnen stehenden Zeichen undeutlich sind. Die oben gegebene

Lesung derselben wird aber durch die Parallelstellen v__y ^ (Denkm.

AAAAAA

III. 49 a) und •¥* I (L^c. III. 49 6) indicirt.
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