Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 70
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Inschrift auf der rechten Seite des Sockels:

1J] S IT. V 2 Ii -st mTl f ÜB V [IM

„Der gute Gott, der Berg von Gold, über dessen Anblick die
Menschen in Taumel gerathen, der Grosse, das Leben des Ra, der
Erleuchter der beiden Länder (Aegypten) mit seinen Schönheiten ..

Die Ergänzung am Schlüsse des noch erhaltenen Textes ist
durch die Hammamat-Stele (Denkm. III. 219) gesichert, auf welcher

der König ebenfalls den Titel 1 | p= t-J i^Tj führt. In

® einem anaZ XeTOjuevov, liegt die durch Verdoppelung des

zweiten Kadicals erweiterte Form des bekannten Verbums *Ö

„trunken sein, in Taumel gerathen" |vgl. ° ^ ^ für vor. Die

Bezeichnung des Pharao als „Berg von Gold", ein seltsamer Tro-
pus, basirt auf dem Vergleiche des Glanzes, den der Herrscher
um sich verbreitet, mit einem Berge von Gold.

Inschrift auf der linken Seite des Sockels:

„Der gute Gott, welcher das

Antlitz öffnet wie Ptah, der klugen Sinnes wie der Herr von Her-
mopolis M. (i. e. Thot), der Grosse von zahlreichen und erstaun-
lichen Denkmälern [deren gleichen vordem nicht gemacht worden],
der Sohn der Sonne Amenophis, der Fürst in Theben, der Herr
aller Länder, welcher spendet Leben, Fortdauer und Gedeihen
wie Ra." —"

2. Das Gerüste, mit dem der Campanile des Domes gegen-
wärtig umgeben ist, erlaubte mir das in demselben eingemauerte
römische Relief, abgebildet in Steinbüchel^ Dalmatien Fig. 2 (da-
nach Lanza delV antico palazzo di Diocleziano tav. XII Fig. 2; will-
kürlich entstellt bei Adam pl. LIX und Cassas pl. 38; C. I. L.
1972) genauer zu betrachten. Es ist 1*34 lang, 0'75 hoch mit
Rand, 0*54 ohne denselben. Die Figur in der Mitte über dem
Altare, nur mit Kopf und Brust sichtbar, ist ohne Zweifel Mercur.
Er trägt auf dem Haupte den Petasos, dessen Flügel zwar
abgestossen sind, aber unverkennbare Spuren hinterlassen haben.
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