Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 75
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Makarska. Im Magazine des Herrn
Paulovic-Lucic: zwei Friesplatten aus
weissem Marmoi \ aus Viddo (Narona)
hiehergebracht, früher in der Kapelle des
Hauses eingemauert (Glavinich in den
Mittheilungen der Central - Commission

ü MIMXEIIIM N- F- Bd-IV t1878] p- xcn ~ bull

dalm. I p. 187), noch während meines Auf-
enthalts in Dalmatien vom Museum in
Spalato erworben. Sie sind 046 hoch und
oben und unten mit einem vorstehenden
Rand versehen. Die eine ist 1*28 lang,
die andere 0*955. Das Relief erhebt sich
bis 0*04. Erhalten sind auf der längeren
beiderseits gebrochenen Platte vier weib-
liche Figuren im Reigen nach r.
schreitend und links ein Stück des Ge-
wandes von einer fünften; auf der kür-
zeren, rechts gebrochenen, drei Tänze-
rinnen, von welchen zwei nach r., die
dritte nach 1. sich bewegt und ein kleiner
Gewandrest einer vierten. Dieselben ein-
zeln zu beschreiben, überhebt mich bei-
stehende Abbildung. Mannichfaltig sind
die Motive in den Stellungen und Bewe-
gungen der schlanken Figuren und der
Wechsel in der Drapirung ihrer Mäntel
und hochgegürteten Untergewänder. Dem
Reichthume der Erfindung, der Anmuth
der Zeichnung und der sorgfältigen Aus-
führung nach stehen die beiden Friese
völlig vereinzelt unter den antiken Bild-
werken Dalmatiens. Ihr fast griechischer
Charakter weist auf gute Zeit zurück.
Leider sind durchwegs Köpfe und Arme
der Figuren weggebrochen. Bemerkens-
werth ist, dass letztere und ebenso zwei
Köpfe aus besonderen Marmorstücken
gearbeitet und in viereckige, fast 0*03
tiefe, aus der Abbildung ersichtliche
Löcher eingefügt waren.

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