Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 76
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[Den nach L gewendeten „sehr schönen" jugendlichen Frauen-
kopf aus weissem Marmor in Basrelief, welchen Glavinich a. a. O.
erwähnt, habe ich nicht gesehen.]

Fort Opus. In der Mauer der Cisterna comunale (errichtet
1847 vom Bezirkshauptmanne Vidovich) sind nebst architektonischen
Fragmenten (darunter ein schönes Composita-Capitäl) folgende aus
Viddo (Narona) stammenden Skulpturen eingesetzt (kurz aufgezählt
von Glavinich Mitth. der Central-Commission N. F. IV [1878] p.XCII):

Torso einer Imperatorenstatue aus Marmor, 1*13 hoch.
Erhalten ist nur der Theil des Panzers unterhalb der Brust, diePteryges
in doppelter Reihe und die herabhängenden befransten Lederstreifen
sowie ein kleines Stück des linken Beines. Der Panzer ist mit
Ornamenten in halberhobener Arbeit geziert. In der Mitte steht
auf drei in Thierklauen endigenden Füssen eine zweihenklige Vase,
aus welcher, wie es scheint, der Schaft eines Kandelabers herausragt
und rechts und links davon einander zugekehrt je ein löwenköpfiger
Greif in symmetrischer Haltung, die eine Vordertatze erhebend.
Unter denselben füllen Akanthosornamente und Rankenwerk den
Raum. Auf den Pteryges sind folgende Reliefs angebracht: zwei
kreuzweise gelegte Barbarenschilde, darüber ein eingeritztes Pal-
mettenornament — Adler nach r., mit einem Kranz im Schnabel
— zwei quer übereinander gelegte Füllhörner — Adler nach 1. mit
einem Kranz, daran ein flatterndes Band — Eros im Profil nach
1. aufrecht stehend (1. Standbein) hält ein aufspringendes Hündchen
an den Vorderpfoten, darüber Palmetten in Relief. — Die Pteryges
der unteren Reihen zeigen Palmettenzierate, nur die letzte rechts
zwei Schilde; eine andere ist ausgebrochen. Erwähnt von Wil-
kinson Dalmatia and Montenegro vol. II p. 14.

Weibliche Gewandstatue, überlebensgross. Der Kopf
fehlt. Die Figur hat 1. Standbein und ist mit dem langen Chiton
und dem Himation bekleidet. Letzteres hüllt den rechten Arm ein,
dessen abgebrochene Hand dem Kinne genähert war. Die gleichfalls
abgebrochene Linke war vorgestreckt. Wilkinson vol. II p. 15.

Rechter Unterschenkel einer Statue aus Marmor, 0*61 hoch,
auf ca. 0*07 hoher Basis; der Fuss tritt mit ganzer Sohle auf. Da-
neben ein Baumstamm.

Fragmentirte Gruppe eines Knäbchens mit einem
Hunde, Marmor, 0*30 hoch. Es fehlen Kopf und Beine des ersteren
und der Kopf des Thieres. Das Knäbchen sitzt auf dem Boden; wahr-
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