Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 78
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/archepigrmoeu1885/0088
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
am Petasus" gut erhaltenen Mercurkopf und einem „roh gear-
beiteten" weiblichen Kopf (Mitth. der Central - Comm. N. F. IV
S. XIV) identisch sind.

Ljubuski (Herzegowina). Grab stein des Andamionius,
Reiters der ersten Cohorte der Lucenses, 1*23 hoch, 0'44 breit, ge-
funden beim Hause Mandic im Jänner 1880 am rechten Ufer des
Trebisat östlich von Huma6, eingesetzt in die Mauer des serbischen
Kirchhofs. Ueber der Inschrift {Bull. dalm. VI pag. 17 n. 4, Arch.-
epigr. Mitth. VIII S. 108 n. 17, Archaeologia vol. XLVIII pag. 74
Fig. 7 a) ist das jetzt sehr zerstörte Bild des Reiters (nach r.) an-
gebracht. Das Pferd hebt das linke Vorderbein. Der Reiter hält in
der Linken einen länglichen Schild nach vorne und trägt auf dem
Haupte wie es scheint eine Helmkappe. Seine Rechte ist gesenkt,
wie wenn sie einen Speer hielte, der plastisch aber nicht ausgedrückt
ist. Ebensowenig ist der Boden unter dem Pferde angedeutet.
Sattel und Zügel sind noch erkennbar. Zwei Säulen, deren Schäfte
mit aufstehenden Schuppen bedeckt und dreimal mit einem Bande
umwickelt sind, begrenzen das Bildfeld rechts und links und tragen
den Architrav und einen mit Lotoskelchen und Palmetten ge-
schmückten Fries. Das Ganze bekrönt ein (rechts gebrochener)
Giebel; in dessen Mitte ein Gorgoneion.

Cittä vecchia (Insel Lesina). Auf dem Platze ist ein (Grab-?)
Cippus, vorne mit der Figur eines geflügelten Knaben in Relief auf-
gestellt. Dieselbe steht auf besonderem Boden mit gekreuzten Beinen
und nach 1. gesenktem Haupte, legt die Linke auf die rechte
Schulter und stützt sich auf eine umgekehrte Fackel, die sie sammt
einer Traube mit der Rechten hält. Die oben und unten abschlies-
senden architektonischen Glieder sind mit Pflanzenornamenten ge-
schmückt; auf dem untersten in der Mitte ein vegetabilischer Zierat
und jederseits eine Gans.

Im Kirchthurme ist innen ein schon von Fortis (viaggio vol. II
p. 175) erwähntes Relief (0*67 hoch, 0'72 breit) aus Marmor ein-
gemauert, „che rappresenta una barca a vela, col timone alla destra
della poppet, e il piloto che lo governa" (links). Ganz ähnlich ein Relief
im Garten des erzbischöflichen Palastes zu Narbonne.

Im Hause des Pietro Nisiteo liegt nebst anderen Inschrift-
steinen der Grabstein des L. Statius Marcellus (C.
I. L. 3089) aus Verbagno mit eigenartigem Reliefschmucke. In der
loading ...