Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

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den nächsten drei Hügeln, die alle durch Lager stark befestigt
sind. In den Niederungen zwischen ihnen ist der Wall jedesmal
unterbrochen.

Auf dem ersten Hügel liegt ein Lager (XV), das seine beiden
rechtwinklig auf den Wall stossenden Seitenwände nach vorn hinaus
verlängert und bis an den steilen Rand des Hügels geführt hat. Es
entsteht somit ein Viereck vor, und eins hinter dem Walle. Beide
sind ziemlich von gleicher Grösse und wie VI und VIII von einem
dreifachen Gürtel umschlossen; nur vorn am Hügelsaume entlang
zieht sich eine einfache Erhebung. Wahrscheinlich war auch hier
einst die Einfassung dreifach, ist aber zugleich mit dem Rande, auf
dem sie stand, der Zerstörung anheimgefallen.

Auf dem folgenden Hügel befinden sich zwei Lager; das eine
(XVI) schliesst sich regelrecht an den Wall, das andere (XVII)
liegt frei davor und ist schief gestellt, um sich der westlichen Run-
dung des Hügels anzupassen; es hat gleichfalls mit dem abgestürzten
Rande seinen vorderen Theil eingebüsst. Beide Lager haben ein-
fache Wälle.

Der dritte Hügel mit dem Lager XVIII ist so sehr von den
Fluthen benagt worden, dass die ganze Partie, auf welcher der
Steinwall entlang lief, abgestürzt, der Wall selbst damit von Lager
XVII an bis hinter die Senkung, in der der neue Erdwall beginnt,
unterbrochen ist und nur der hintere Theil des Lagers sich auf dem
beschädigten Hügel erhalten hat. Da wir in einer benachbarten
Hütte Rast machten, erstieg ich diese Höhe und fand, dass die
Lagerwälle V/q M. hoch und zweifellos mit Steinen durchsetzt sind:
aus ihrer spitzen Krone gucken überall die Muschelkalkstücke hervor.

Das Thal hat sich jetzt nach NNW. gewandt, der Steinwall
überschreitet noch mehrere Hügelplatten, ohne die Spur eines Lagers
aufzuweisen, und biegt dann direct westlich zur Donau ab. Ob sich
hier mitten im Lande noch eine Befestigung findet, vermag ich
nicht anzugeben, da ich diese Strecke nicht mehr begangen, sondern
den Wall nur noch an der Stelle gesehen habe, wo der Fahrweg
von Cernavoda nach Rasova ihn schneidet. Von da aus kann man
bis zur Donau hinsehen, aber das Resultat dieses Blickes ist ein
wenig ergiebiges: das Terrain ist so bunt zerrissen, dass man den
Lauf des Walles wohl verfolgen, von weiteren Befestigungen aber
nichts mehr entdecken kann. Er bleibt auch hier seiner Gewohn-
heit getreu) immer am Seitenhang der Hügel hinzulaufen, und er-
reicht vor einer langen grünen Insel die Donau.
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