Archäologisch-epigraphische Mitteilungen aus Österreich-Ungarn — 9.1885

Seite: 134
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Böckh zu C. I. Gr. n. 3173 zusammengestellt (über Bpnaeug vgl.
jetzt auch v. Wilamowitz Philol. Unters. VII p. 409). — C- I. Gr.
n. 3176 findet sich ein Schreiben M. Aurel's aus dem J. 147, welches
den Dank an die Synode der Techniten des Dionysos Breseus für
ihre an ihn gerichtete Beglückwünschung zur Geburt eines Sohnes
ausspricht (vgl. Mommsen Herrn. VIII p. 205 f. und Dittenberger
syll. inscr. Gr. n. 289). Da somit ein Bezug des Technitencollegiums
des Dionysos Breseus zu Marc Aurel feststeht, so glaube ich auch
hier einen solchen als möglich hinstellen und crejßacTTUJV (Z. 12) auf
ihn und L. Verus deuten zu können, zumal die Buchstaben eine
spätere Zeit kaum zulassen. Allerdings steht Z. 6 der Singular
toö auTOKpdiopos in anscheinendem Widerspruche mit creßacTTÜJV,
beides in getrennten Theilen des Decretes. Der letzte erhaltene
Theil, in welchem eben aeßacPruiv steht, ist offenbar ein Beschluss
der Stadt, für die Kosten der jährlichen Opfer zu Ehren der Kaiser
aufzukommen. Man wird dabei an die gerade regierenden Kaiser
gerne denken wollen, doch lassen sich immer noch Combinationen
denken, bei denen der Plural zu erklären wäre, ohne dass an eine
Zeit, in der zwei Kaiser regierten, gedacht werden müsste.

Z. 5: Korrn Gucria. Hier kann nur 'E^din oder . .be]KonT| ge-
standen haben. Das Letztere ist wohl das Wahrscheinlichere, ob-

i

gleich nicht klar ist, in welchem Zusammenhange das Wort stand.

Z. 17. Der Rest vor ßiou seheint auf ein Y schliessen zu
lassen. Wahrscheinlich steckt ein Name dahinter.

Die zweite Inschrift steht auf einem Marmorfragment, welches
in der Weise abgebrochen ist, dass dasselbe im Durchschnitt an-
nähernd die Figur eines auf der Spitze aufgestellten Quadrates dar-
stellt. L. 0'23, Br. 0'22, Dicke 0 35, Buchstabenhöhe 0'018.

a i. creß]aa[TÜj
EnsTf dpxiepe! ju]eTicTT(ju[i

aytokpatoi CUJTOKpdTOp[l
t atpiiiatpiaoz TTaipl TTOtTplÖOg

5 to^nporo* nz iepeuue;] toö Trpö [Tr]d\[e]uj£ [Aiovucrou ?]

titoy<t>aaov io TlTOU ÖaCXUIOU

- t>anh<t>opoY tc öre]qpavr|Cpöpou to

DYTOBr * ou to ß, ["FT. .

ha ic TT0UO

Die Inschrift ist wegen der Bezeichnung TTpö Trö\euj£ interes-
sant, worüber C. I. Gr. ad n. 29636 zu vergleichen ist und Le Bas
III (explications) n. 1601 p. 373 (sammt den dort citirten Stellen
des Corpus).

Wien EMIL SZANTO
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